Tierdrama
Ex-Halter will gerettete Hündin "Mausi" zurückholen
OÖ. Sie wurde aus einem verwahrlosten Messie-Haus gerettet, kämpfte sich zurück ins Leben und durfte nach monatelangem Rechtsstreit endlich aufatmen. Doch jetzt erlebt Hündin "Mausi" erneut einen Schock: Ihr früherer Halter tauchte auf dem Tierschutzhof Pfotenhilfe auf und wollte sie eigenmächtig zurückholen. Die Mitarbeiter mussten den Mann und seine Lebensgefährtin mit Mühe vom Grundstück verweisen.
Der Vorfall ereignete sich während einer Besucherführung am Tierschutzhof in Lochen (Bezirk Braunau). Der Mann aus Geretsberg entfernte sich plötzlich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin von der Gruppe, ging in Richtung Wohnhaus und schrie, dass er sich "seinen" Hund jetzt zurückholen werde. Die Tierpfleger konnten das Paar schließlich vom Gelände bringen.
"Er ist völlig uneinsichtig und hat trotz allem null Unrechtsbewusstsein, wir haben aber ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass er es tatsächlich mit Gewalt versucht", sagt Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler. Nach dem Vorfall wurde sowohl dem Mann als auch seiner Lebensgefährtin schriftlich Hausverbot erteilt.
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An Heizkörper gekettet
Warum Mausi überhaupt auf dem Tierschutzhof lebt, macht den aktuellen Vorfall besonders erschütternd. Die Hündin wurde am 18. November 2025 nach einer Meldung im Auftrag der Behörden aus ihrem früheren Zuhause geholt. Dort soll sie in einem völlig zugemüllten Haus an einen Heizkörper gekettet gewesen sein und in ihren eigenen Exkrementen gelebt haben.
Ihr Zustand war laut Pfotenhilfe erschreckend: Mausi war stark verängstigt und übergewichtig, ihr Fell war verfilzt, ihre Krallen waren viel zu lang und sie litt unter hochgradigen Ohrenentzündungen. Auch das Haus und der Garten sollen voller Müll und Glasscherben gewesen sein. Selbst nach angekündigten Kontrollen habe sich an den Zuständen über Monate kaum etwas geändert.
Besonders verstörend ist ein Detail, das bei der späteren Gerichtsverhandlung bekannt wurde. "Erschreckendstes Detail der Verhandlung war, dass der Halter nicht nur in einen Kübel neben dem Bett, sondern sogar auf die Hündin urinierte, weshalb diese bei der Abholung nach Menschenurin stank", berichtete Pfotenhilfe-Sprecher Jürgen Stadler.
Gericht entschied gegen den Ex-Halter
Der frühere Halter wollte Mausi unbedingt zurück und legte Beschwerde gegen ihre Abnahme ein. Bei der Verhandlung vor dem Landesverwaltungsgericht Oberösterreich im Juni 2026 protestierte er laut Pfotenhilfe lautstark und verlangte die Rückgabe der Hündin. Im August fiel die Entscheidung zugunsten des Tierschutzes: Mausi muss nicht in ihr früheres Zuhause zurück.
Besonders brisant: Gegen den Mann besteht bereits seit 2001 ein dauerhaftes Tierhaltungsverbot für landwirtschaftliche Tiere. Die Pfotenhilfe musste im Laufe der Jahre dennoch wiederholt Tiere abholen, die er trotz bestehender Verbote gehalten haben soll.
Happy End
Auf dem Tierschutzhof begann für Mausi ein neues Kapitel. Aus dem verängstigten, verwahrlosten Hund wurde Schritt für Schritt eine Hündin, die sich körperlich erholte und auch im Umgang mit Menschen und anderen Hunden Fortschritte machte.
Das Happy End schien besiegelt. Doch der jüngste Vorfall zeigt, wie belastend die Geschichte für den Tierschutzhof bleibt. Für Mausi soll die Zukunft nun weiterhin von Sicherheit, Fürsorge und Vertrauen geprägt sein. Sie darf bei den Menschen bleiben, die sie aus ihrem früheren Leben gerettet haben.