Mikrobiologe erklärt

Experte deckt Wahrheit über 3-Sekunden-Regel auf

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Fällt Essen auf den Boden, rufen viele schnell: "Drei-Sekunden-Regel!" Ein Mikrobiologe erklärt nun, was an dem Mythos dran ist und wann Teppiche deutlich besser sind als glatte Fliesen.
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Fällt ein Semmerl oder ein Keks auf den Boden, ist die bekannte Drei-Sekunden-Regel im Alltag oft schnell zur Stelle. Die Idee dahinter: Was nur ganz kurz auf dem Boden lag, kann man noch unbedenklich essen. Wie eine Studie der Aston University aus dem Jahr 2014 sowie aktuelle Einschätzungen zeigen, ist dieser Mythos gar nicht so weit hergeholt. Der Mikrobiologe Prof. Dr. Dirk Bockmühl von der Hochschule Rhein-Waal hält drei Sekunden laut einem Beitrag der "Süddeutschen Zeitung" für eine durchaus sinnvolle Größenordnung. Sein Kernpunkt lautet: Je länger ein Lebensmittel auf dem Boden liegt, desto mehr Bakterien werden übertragen. Dennoch gibt es bei dieser Regel einige wichtige Einschränkungen zu beachten.

Teppich oft besser als Fliesen

Eine große Überraschung für viele betrifft den Untergrund. Sowohl die genannte Studie der Aston University als auch der Mikrobiologe weisen darauf hin, dass ein Teppichboden hygienisch günstiger sein kann als glatte Böden wie Fliesen oder Laminat. Auf glatten Oberflächen ist der direkte Kontakt zwischen dem Essen und den Keimen deutlich größer. Ein Teppich nimmt die Bakterien durch seine Struktur beim Aufprall hingegen nicht sofort gleichmäßig auf die Lebensmitteloberfläche mit. Das heißt zwar nicht, dass ein Teppich automatisch komplett sauber ist, der Bakterientransfer fällt aber geringer aus.

Feuchte Lebensmittel sind extrem anfällig

Neben der Bodenart spielt auch die Beschaffenheit des Essens eine entscheidende Rolle. Wie eine Untersuchung der Rutgers University bestätigt, nehmen feuchte Lebensmittel deutlich mehr Keime auf als trockene. Ein hoher Wassergehalt erleichtert den Bakterien die Aufnahme und das Überleben. Deshalb sind feuchte Snacks wie Wassermelone, Gurke, Wurst oder Apfelstücke deutlich anfälliger als trockene Kekse, Brot oder Gummibärchen. Auf feuchten Oberflächen finden Bakterien laut Bockmühl schlichtweg bessere Bedingungen für eine rasche Übertragung.