Kein Promi-Bonus
Fall Gunkl: FPÖ fordert härtere Strafen für Kindesmissbrauch
Nach der Anklage gegen den österreichischen Kabarettisten Günther Paal alias Gunkl fordert die Wiener FPÖ Konsequenzen und eine Verschärfung des Kinderschutzes. Klubobmann Maximilian Krauss zieht dabei einen Vergleich zur Causa Florian Teichtmeister und warnt vor einer möglichen Sonderbehandlung prominenter Künstler.
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"Jetzt darf es weder einen Prominentenbonus noch irgendeinen Staatskünstler-Rabatt geben", erklärt Krauss. Aus seiner Sicht zeige der Fall auch ein Versagen der bisherigen Kinderschutzpolitik. Die Wiener FPÖ habe wiederholt Verschärfungen beantragt, sei damit aber an der Stadtregierung gescheitert. Diese Anträge wolle seine Partei nun erneut einbringen.
Bis zu 5 Jahre Haft
Kritik übt Krauss zudem am gesetzlichen Strafrahmen. Für die Paal vorgeworfenen Delikte drohe laut Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren. "Wer sich an Kindern vergeht oder Kindesmissbrauchsmaterial besitzt, muss mit der vollen Härte des Rechtsstaates rechnen", so der FPÖ-Politiker.
Mit Blick auf die Justiz fordert Krauss, dass es "vor dem Gesetz keinen Unterschied machen" dürfe, ob ein Beschuldigter prominent oder unbekannt sei. Abschließend kündigt er sowohl weitere Kinderschutzanträge in Wien als auch eine Initiative für strengere Strafen auf Bundesebene an.
"Schande auf mich gebracht"
Paal hat ein erst vierjähriges Mädchen missbraucht und gestand die Vorwürfe am Mittwochabend selbst in einem Video auf Facebook ein. "Ich hab' Schande auf mich gebracht", sagte er. "Ich bedauere zutiefst, was ich gemacht hab'."
Paal sprach in dem Statement von Reue. "Ich habe ein Kind dorthin geküsst, wo Erwachsene Kinder nicht küssen dürfen." Es tue ihm "unendlich leid", erklärte er.
Der Kabarettist sitzt nicht in U-Haft – ihm drohen bis zu 5 Jahre Haft.