Anzeige erstattet
Farb-Attacke auf Grazer Regenbogen-Zebrastreifen
Wenige Tage vor der Grazer Gemeinderatswahl und mitten im sogenannten Pride-Monat ist ein neuer Regenbogen-Schutzweg vor der Grazer Universität mutwillig von Unbekannten mit schwarzer Farbe übermalt oder übersprüht worden. Es wurden lediglich die bunten, verschiedenfarbigen Zwischenräume überdeckt, der weiße Schutzweg blieb erkennbar. Die Stadt Graz habe schon eine Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) verurteilte die Tat.
Der Regenbogen-Schutzweg stehe als "sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und ein diskriminierungsfreies Miteinander im öffentlichen Raum", hieß es am Freitag in einer Aussendung. "Ich verurteile diese mutwillige Beschädigung aufs Schärfste. Wer einen Regenbogen-Schutzweg übermalt, begeht nicht nur eine Straftat, sondern setzt auch ein Zeichen gegen jene Menschen, die noch immer Ausgrenzung und Diskriminierung erleben. Gerade deshalb dürfen Angriffe auf Vielfalt und Menschenwürde nicht unbeantwortet bleiben. Der Vorfall wurde bereits zur Anzeige gebracht, der Auftrag zur Wiederherstellung des Schutzwegs ist bereits erteilt", so Schwentner.
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Bunter Zebrastreifen war auch politisches Thema
Das Vorsitzendenteam der ÖH Uni Graz meinte, dass die "blinde Zerstörungswut" zeige, wie tief der Hass gegen die LGBTQ-Community in Teilen der Gesellschaft verankert sei: "Wer bisher geschwiegen hat, muss jetzt aufwachen und sich aktiv gegen Queerfeindlichkeit stellen. Farbe lässt sich übermalen, das Recht auf eigene Identität und Recht auf Sichtbarkeit nicht. Wir bleiben laut und stolz für LGBTQIA+ Studierende und weichen keinen Millimeter zurück."
Besonders bedenklich sei, dass es in den vergangenen Tagen öffentliche politische Angriffe auf den Regenbogen-Zebrastreifen gegeben habe. KFG-Gemeinderat Michael Winter hatte den Schutzweg erst vor wenigen Tagen als "reine linke Symbolpolitik zu Lasten der Steuerzahler mitten in einer massiven Budgetkrise" kritisiert. NEOS-Spitzenkandidat Philipp Pointner dagegen zeigte sich empört von der Übermalaktion: "Allen Menschen in Graz soll ein selbstbestimmtes, sichtbares und stolzes Leben möglich sein, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Deshalb ist dieser Angriff auf das Schärfste zu verurteilen."
CSD-Parade in der kommenden Woche
SPÖ-Gemeinderätin Anna Robosch sagte: "Vorfälle wie dieser reihen sich ein in ein wachsendes Klima des Hasses gegen die queere Community. Und wenn jemand fragt, warum es einen Pride Month braucht, dann ist die Antwort darauf: Weil es leider in unserer Gesellschaft immer noch nicht selbstverständlich ist, öffentliche Zeichen der Solidarität und des Respekts zu setzen, ohne dass diese angegriffen werden."
Kommende Woche am Samstag findet in Graz die alljährliche Christopher Street Day-Parade (CSD-Parade) statt. Im Vorjahr hatten laut dem Veranstalter, den RosaLila Pantherinnen, rund 15.000 Menschen teilgenommen. Bei der Demonstration geht es um Vielfalt, Sichtbarkeit und Solidarität mit der queeren Community.