FALL DER WOCHE

Femizid an 8-Jähriger, um Mutter zu bestrafen

© APA, Getty (Montage)
Weil seine Partnerin und Mutter zweier gemeinsamer Kinder die endgültige Trennung wollte, fällte ein Steirer (37) die schlimmste Entscheidung, die ein Mann fällen kann: den Tod einer Tochter. Sie hieß Ella und war erst acht Jahre alt.
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NÖ. Ella hatte noch ihr ganzes Leben vor sich, war ein fröhliches Mädchen und angeblich das "Lieblingskind" des Horror-Vaters, der sich davor immer besonders gemiatlich und naturverbunden gab - mit Lederhosen, Hut und barfuß pflegte der studierte Bautechniker und Architektensohn ein eher alternatives Leben als uriger Traditionalist. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder - der ebenfalls in  der Baubranche tätig ist und der mit seiner Frau drei Kinder, ebenfalls lauter Mädchen, hat - kauften sich die Grazer Bobos vor etwa zehn Jahren nordöstlich der Landeshauptstadt im beschaulichen Kumberg direkt an der Hauptstraße gemeinsam ein sehr renovierungsbedürftiges Haus, das sie gemeinsam renovieren und in dem sie fortan alle zusammen und auf immer glücklich sein wollten.

Eltern lebten zusammen, aber getrennt

Der behördlich versiehelte Zugang zum Garten des Hauses an der Haoptstraße des 4.000-Einwohner-Ortes. © APA

Doch die Idylle endete in der Nacht auf Dienstag in der vergangenen Woche im blanken Horror - mit dem 17. Femizid 2026, der jeden nur noch sprachlos zurücklässt. Frauenmorde geschehen aus Hass, Verachtung oder dem Versuch, die Opfer zu kontrollieren bzw. den Kontrollverlust ultimativ zu bestrafen.  Dazu sei angemerkt, dass die Polizeierhebungen ergaben, dass das Paar in dem Haus seit längerem nur nach außen hin zusammen,  de facto aber bereits getrennt lebte: Die beiden hatten getrennte Schlafzimmer und sich offenbar nichts mehr zu sagen, das nicht in  einem Streit endete. Dazu kam stets eine zweite funktionierende Beziehung, nämlich die des Bruders, vor Augen zu haben, der alles besser und richtig machte, während Daniel N. sein Leben nach und nach in den Sand setzte.

Als ihm seine Lebensgefährtin am Dienstag eröffnet haben dürfte, dass es jetzt endgültig aus sei, wurde der Mann - der seine Gedanken über Gütertrennung, künftige Obsorgeregelungen und sonstige durchaus zu organisierende Umstände nicht auf die Reihe brachte - zum (das muss rechtlich hier angeführt werden: mutmaßlichen) Mörder. Feige und aus unfassbar niederen emotionalen Gründen ging er aber nicht auf seine Frau direkt los, sondern bestrafte sie, indem er mit einem japanischen Küchenmesser der achtjährigen Ella, die friedlich neben ihrer Schwester (7) im Kinderzimmer schlief, letztlich tödliche Verletzungen am Hals zufügte.

Angeblich wollte er die Kleine mit in den Tod nehmen, wenn er kurz darauf im Badezimmer mit demselben Messer Selbstmord begehen wollte. Dass die Wunden nicht allzu tief und schnell im Spital behandelt waren, wirft die Frage auf, ob er tatsächlich seinen Suizid geplant hatte oder ob er einfach nur aus Rache, Eifersucht und Wut auf ein schlafendes und damit schutz- und hilfloses Kind losgegangen war. Jeder weitere Gedanke dazu wird sicher auch für Geschworene und Richter, Gerichtskiebitze und die Öffentlichkeit zur Qual.

Müßig zu erwähnen, dass den Mann, der in Graz in U-Haft sitzt, lebenslang erwartet. Für ihn ein Urteil, für die Hinterbliebenen - Ellas Schwester und Mutter sowie die Familie des Bruders, die zum Horrorzeitpunkt auf Urlaub war - ein Schatten, ein Trauma, mit dem sie lebenslang leben müssen.