Mega-Andrang
Ferragosto: Hier wird es in Italien am 15. August besonders voll
Wer Mitte August nach "Bella Italia" reist, erlebt das Land im absoluten Ausnahmezustand. Während die Straßen Roms oder Mailands plötzlich gespenstisch leer sind, platzen die Strände, Seen und Bergregionen aus allen Nähten. Der Grund: der Ferragosto. Wir erklären, warum der Feiertag so besonders ist, wo am Wochenende mit besonders großem Andrang zu rechnen ist und wie Sie Ihren Italien-Urlaub trotzdem entspannt genießen können.
Warum Ferragosto so besonders ist
Bereits im Jahr 29 v. Chr. anlässlich seines Sieges über Kleopatra und Marcus Antonius ordnete der römische Kaiser Augustus an, dass Mitte August gefeiert wird und sogar Sklaven arbeitsfrei haben. Jahrhunderte später übernahm die katholische Kirche das Datum und legte den Feiertag Mariä Himmelfahrt auf den 15. August. Doch für die Italiener ist Ferragosto heute viel mehr als ein historischer oder rein religiöser Gedenktag. Warum der Tag so heilig ist:
- Der Wendepunkt des Sommers: Der 15. August gilt traditionell als der heißeste Tag des Jahres und markiert den Höhepunkt sowie den Wendepunkt des Sommers.
- Die Familienzeit: Ferragosto feiert man nicht allein. Im Mittelpunkt stehen das große, feierliche Mittagessen, Strandpicknicks, Barbecues und Feuerwerke am späten Abend.
- Kollektiver Urlaub: Da die italienischen Schulen im Sommer ohnehin fast drei Monate geschlossen sind, nehmen traditionell auch fast alle Firmen und Büros rund um den 15. August ihre Werksferien.
Wo es rund um den 15. August 2026 besonders voll wird
In diesem Jahr, 2026, fällt der 15. August auf einen Samstag. Das bedeutet: Es gibt ein gewaltiges, langes Reisewochenende. Die Italiener flüchten vor der drückenden Hitze der Großstädte dorthin, wo es angenehmer ist: ans Wasser und in die Berge. Hier müssen Sie sich auf Menschenmassen einstellen:
Die Küsten und Strände: Egal ob Sardinien, die Amalfiküste, Ligurien, Apulien oder die Adria-Küste rund um Rimini und Jesolo: Hier wird es kuschelig. Stellen Sie sich auf dicht an dicht stehende Liegestühle ein. Zudem schießen die Preise in dieser Zeit in die Höhe: An manchen Orten, etwa auf Sardinien oder an der Amalfiküste, kosten zwei Liegen und ein Schirm im August schnell bis zu 100 Euro am Tag.
Die Alpen und Seen: Auch Regionen wie Südtirol oder die großen oberitalienischen Seen (Gardasee, Comer See) erleben einen massiven Besucheransturm, weil es viele für Wanderungen und Picknicks in die Natur zieht.
Auf den Autobahnen (Autostrada): Der ADAC warnt aktuell vor massiven Staus am Wochenende (14. bis 16. August 2026). Neben den üblichen Urlauber-Routen staut es sich besonders extrem an den Nadelöhren wie dem Brenner, den Tauern-Routen und am Gotthard. Wer in Richtung Süden an die Küsten fährt, braucht jetzt extrem starke Nerven.
Hier ist es überraschend leer
Ein völlig anderes Bild bietet sich Touristen im Inland. Großstädte wie Rom, Mailand oder Florenz gleichen teilweise Geisterstädten, da die Einheimischen die Metropolen verlassen haben. Das bedeutet für Touristen:
Vorsicht bei der Restaurant-Suche: Viele traditionelle Trattorien, kleine Boutiquen, Bäckereien und Bars um die Ecke haben geschlossen.
Kultur-Bonus: Der italienische Staat hat erkannt, wie viele internationale Gäste Mitte August im Land sind. Entgegen der alten Traditionen sind heutzutage zu Ferragosto fast alle wichtigen Museen, Ausstellungen und Kulturstätten geöffnet (manche sogar mit verlängerten Öffnungszeiten!), darunter Highlights wie die Uffizien oder die Gallerie dell'Accademia in Venedig. So haben Sie die Straßen vielleicht fast für sich allein.
Tipp für Ihren Ferragosto
Falls Sie dieses Wochenende in Italien sind: Versuchen Sie nicht gegen den Strom zu schwimmen, sondern lassen Sie sich vom Lebensgefühl anstecken. Mischen Sie sich unter die Menschen, buchen Sie Tische für das Pranzo di Ferragosto unbedingt im Voraus, packen Sie eine Flasche Wein und gutes Essen ein und suchen Sie sich abends einen schönen Platz, um die landesweiten Feuerwerke zu bestaunen. Und wenn der Espresso an der Eck-Bar einmal ausfallen muss, weil der Besitzer am Strand liegt, gönnen Sie es ihm.