Erasto Crisanto Valdez war am 23. Juli gemeinsam mit seinem Vater in einem sogenannten Cenote in Mexiko unterwegs. Dabei handelt es sich um mit Wasser gefüllte Einsturzlöcher, die mit weit verzweigten Unterwasserhöhlen verbunden sind.
Als Valdez einem Fisch mit seiner Harpune folgte, geriet er immer tiefer in das Höhlensystem. Schließlich verlor der Fischer in der völligen Dunkelheit die Orientierung und fand den Weg zurück nicht mehr.
Doch Valdez hatte Glück im Unglück: In dem Höhlensystem stieß er auf einen Luftraum. Dort konnte er atmen und Wasser aus einem unterirdischen Fluss trinken.
"Ich stand unter Schock, weil ich den Ausgang nicht finden konnte. Es war, als wäre die Zeit abgeschnitten – als wäre die Zeit stehen geblieben", zitierte ihn später die Daily Mail.
15 Tage ohne Essen und Licht
In der Dunkelheit hatte Valdez keinerlei Möglichkeit zu erkennen, ob gerade Tag oder Nacht war. Er trank, schlief und betete – und wartete auf Hilfe.
Währenddessen lief an der Oberfläche eine internationale Suchaktion. Nach sechs Tagen entdeckten die Einsatzkräfte seine Harpune in rund 65 Metern Tiefe. Vom Fischer selbst fehlte jedoch weiterhin jede Spur.
Ein Team aus Mexiko, Deutschland, den USA und der Dominikanischen Republik setzte die Suche fort. Die Bedingungen waren extrem schwierig: schlechte Sicht und scharfkantige Felsen machten das Tauchen in dem Höhlensystem gefährlich.
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Dann hörten die Taucher plötzlich eine Stimme
Schließlich übernahm ein amerikanischer Höhlentaucher die entscheidende Suche. Nach 15 Tagen stieß er auf eine große, trockene Höhle. Er rief in die Dunkelheit – und bekam tatsächlich eine Antwort. Valdez lebte!
Mehrere Taucher halfen dem völlig entkräfteten Mann anschließend zurück. Über eine rund 100 Meter lange Unterwasserstrecke brachten sie ihn an die Oberfläche und anschließend in ein Krankenhaus.
"Wunderbares Wunder"
Valdez überlebte die 15 Tage schwer dehydriert und unterernährt. Er selbst bezeichnete seine Rettung als ein "wunderbares Wunder".
In der Höhle hatte er jedes Zeitgefühl verloren. Nach eigener Einschätzung glaubte er, erst etwa drei Tage dort festzusitzen.
Besonders dankbar war der Fischer dafür, seine Kinder und seine Familie wiedersehen zu können. Auch der mexikanische Höhlenforscher Carlos Jimenez, der an der Rettung beteiligt war, sprach von einem Wunder: "Wir waren darauf vorbereitet, seine Leiche zu finden. Aber Gott hatte andere Pläne."
Warum Cenotes so gefährlich sind
Cenotes sind natürliche Einsturzlöcher im Kalkstein, die häufig mit Süßwasser gefüllt sind. Auf der mexikanischen Yucatán-Halbinsel sind sie mit einem riesigen unterirdischen Höhlensystem verbunden.
Die Eingangsbereiche können noch hell und leicht zugänglich wirken. Weiter im Inneren herrscht jedoch völlige Dunkelheit – und die Höhlen können zu einem gefährlichen Labyrinth werden.
Für erfahrene Höhlentaucher sind die Bedingungen anspruchsvoll. Die Fischer der Region sind dagegen häufig mit einfacher Ausrüstung unterwegs, etwa mit Harpunen oder Lanzen und teilweise ohne Atemgeräte.
Für Valdez wurde der Ausflug deshalb zu einem 15 Tage langen Kampf ums Überleben – mit einem glücklichen Ende.