Wer zahlt?

Föhrenwald: Streit um Munitionssuche

Nach den beiden Großbränden im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) wird die Verantwortung für die Munitionssuche zum Streitthema.
Zur Vollversion des Artikels

Phosphorhaltige Munitionsteile einer 1945 gesprengten Fabrik dürften beide Brände ausgelöst haben. Das Problem: Für die Suche müssen die Grundstückseigentümer selbst eine Firma beauftragen und bezahlen.

Das Verteidigungsministerium stellt auf APA-Anfrage klar, dass der staatliche Entminungsdienst erst nach einem Fund für Bergung und Entschärfung zuständig ist – kostenlos, aber eben erst dann. Die Kosten für die vorgelagerte Suche durch private Kampfmittelerkunder trägt der jeweilige Auftraggeber.

Gemeinde plant Gespräche im September

Bürgermeisterin Christa Tisch (Liste "Gemeinsam für St. Egyden") sagt, es gebe grundsätzlich Überlegungen, die Munitionsteile im Gebiet entfernen zu lassen. Details sollen bei einem Treffen im September geklärt werden. Der Föhrenwald gehört zahlreichen Privatpersonen, was die Koordination zusätzlich erschwert.

Phosphor entzündet sich von selbst

Die Dynamit Nobel AG hatte 1890 in Saubersdorf, heute Teil von St. Egyden, eine Fabrik für Dynamit und Schießpulver errichtet. Bei der Sprengung gegen Kriegsende verteilte sich phosphorhaltige Munition über das Gelände. Jahrzehntelange Witterungseinflüsse zersetzten den Phosphor – bei Kontakt mit Luftsauerstoff kommt es zur Selbstentzündung.

Zwei Großbrände binnen zwei Wochen

Am 5. August brannten über 100 Hektar, 550 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Vergangenen Freitag folgte ein weiterer Großbrand mit 64 Hektar, 830 Einsatzkräften und vorübergehend evakuierten Siedlungen. Am Dienstag kontrollierten zwei Feuerwehren und eine Drohnengruppe weiter das Gebiet nach Glutnestern. Wegen ausbleibendem Regen ist noch offen, wann "Brand aus" gegeben werden kann.