Radweg-Verbot

Foodora zieht den Stecker für alle E-Mopeds

© APA/HELENA ECKEL
Ab 1. Oktober gelten E-Mopeds als Kraftfahrzeuge. Die Weiterfahrt dürfte laut Bericht Bezahlung nach Arbeitszeit nötig machen.
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Wien. Angesichts des am 1. Oktober in Kraft tretenden Verbotes für E-Mopeds auf Fahrradwegen zu fahren, will der Essenslieferant Foodora ganz auf Fahrräder und E-Bikes umsteigen. Betroffene Fahrerinnen und Fahrer wolle man beim Umstieg unterstützen, erklärte das Unternehmen am Dienstag per Aussendung. Die Zeitung "der Standard" hatte am Montag berichtet, dass allein in Wien rund 5.000 E-Mopeds über Nacht unbrauchbar werden könnten, was die Fahrer vor Schwierigkeiten stellen könnte.

Foodora plane bis 2027 "Investitionen im siebenstelligen Bereich" und habe über den Sommer Informationsveranstaltungen für die eigenen Fahrer veranstaltet. Letztere sind in der Branche in der Regel nicht beim Unternehmen angestellt, sondern haben freie Dienstverträge.

Laut Foodora würde Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner "keine spürbaren Auswirkungen" durch den Wechsel wahrnehmen. "E-Bikes sind bereits heute umfassend in unserem Liefermodell im Einsatz - der nächste Schritt, unsere Flotte vollständig auf Fahrräder und E-Bikes umzustellen, ist daher konsequent und gut vorbereitet", sagt Dragan Milovanovic, Managing Director von Foodora Österreich in dem Presseschreiben.

Foodora: Wissen über Sorgen der Fahrer

Man wisse von den Sorgen der Fahrer "über mögliche Kosten und die operative Umsetzbarkeit der neuen Vorgaben". Diese seien zu den Unterstützungsangeboten des Unternehmens informiert worden. Wie diese genau ausschauen, geht aus der Aussendung nicht hervor.

Wie der "Standard" am Dienstag schrieb, werden mit 1. Oktober - dann tritt ein Teil der letzten Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft - schätzungsweise rund 5.000 E-Scooter und sogenannte Fatbikes unbrauchbar. Auf den Radwegen dürfen die ab dann als Kraftfahrzeuge geltenden Maschinen nicht mehr unterwegs sein. Für die korrekte Anmeldung inklusive Nummernschild dürften aber oftmals die nötigen Dokumente fehlen. Dazu kommen administrative, finanzielle und sprachliche Barrieren für die Fahrer mit nicht selten prekären Lebensumständen.

Zudem würden die Essenzulieferer - wie z.B. Foodora oder Lieferando - nicht wollen, dass ihre Fahrer mit Kraftfahrzeugen unterwegs sind, da diese dann nach Arbeitszeit und nicht nach Lieferungen bezahlt werden müssten, zitiert die Zeitung den Zustellervertreter Robert Walasinski vom "Riders Collective". Laut ihm würden den Foodora-Kurieren zudem über Partnerbetriebe E-Bikes per Ratenzahlung angeboten.