Ohne Selbstbehalt

FPÖ will Wahlarztpraxen direkt in Spitälern

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Diese sollen Patienten ohne akuten Behandlungsbedarf versorgen und die Ambulanzen entlasten.
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OÖ. Die FPÖ Oberösterreich will die Spitalsambulanzen mit vorgelagerten Wahlarztordinationen entlasten. Patienten, die keine akute Behandlung im Krankenhaus benötigen, sollen dort untersucht und versorgt werden. Einen Selbstbehalt soll es für die Betroffenen nicht geben. In den Krankenhäusern der Oberösterreichischen Gesundheitsholding werden jährlich rund 1,9 Millionen ambulante Besuche verzeichnet.

Nach Angaben der FPÖ seien weniger als zehn Prozent der Patienten in den Notaufnahmen potenziell lebensbedrohliche Notfälle. Rund 40 Prozent könnten hingegen auch im niedergelassenen Bereich behandelt werden.

Wahlarzt vor der Spitalsambulanz

Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) schlägt deshalb vor, Behandlungsräume und diagnostische Einrichtungen in den Spitälern künftig auch für Wahlarztordinationen zu nutzen. Patienten würden weiterhin ins Krankenhaus kommen, zunächst aber in einer vorgelagerten Ordination untersucht. Erst wenn tatsächlich eine Behandlung im Spital notwendig ist, sollen sie an die entsprechende Ambulanz weitergeleitet werden.

Finanziert werden soll das Modell gemeinsam von Sozialversicherung und Land. Die Sozialversicherung würde jenen Anteil übernehmen, der auch bei einem gewöhnlichen Wahlarztbesuch erstattet wird. Die verbleibende Differenz soll nach den Vorstellungen der FPÖ das Land bezahlen. Für die Patienten würde damit kein Selbstbehalt entstehen.

Hintergrund des Vorschlags sind auch die steigenden Ausgaben im Gesundheitsbereich. Durch die alternde Bevölkerung erwartet die FPÖ in den kommenden Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg bei Behandlungen und Spitalsaufenthalten.

Auch hausärztlicher Notdienst soll ins Spital

Darüber hinaus will die FPÖ den hausärztlichen Notdienst in den Nachtstunden stärker in die Krankenhäuser integrieren. Für Menschen, die keine Akutbehandlung mehr benötigen, aber noch auf einen Pflege- oder Reha-Platz warten, sollen eigene Pflegestationen geschaffen werden. Auch das Entlassungsmanagement in den Krankenhäusern soll verbessert werden.

Kritik an den Plänen kommt von den NEOS. Landeschef Felix Eypeltauer wirft Haimbuchner vor, bestehende Instrumente und neue Parallelstrukturen als Gesundheitsreform zu präsentieren, obwohl dieser seit Jahren selbst Teil der oberösterreichischen Landesregierung sei.