"Der erste Wettbewerb ist vorbei. Aber es gibt einen Zweiten. Die von euch, die bereits eine WM gespielt haben, wissen, jetzt ändert sich alles. Jedes Spiel kann das letzte sein", warnte Frankreichs Teamchef vor dem Sechzehntelfinale gegen Schweden am Dienstag (ab 23 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) in Boston.
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Die französische Mission, den Langzeittrainer und Erfolgsarchitekten an der Seitenlinie mit einem weiteren WM-Titel zu verabschieden, ist erfolgreich angelaufen. Pünktlich vor den K.o.-Runden hat sich die volle Offensivwucht entfaltet. Der Angriff der Superlative, der aus dem früheren (Kylian Mbappe), dem aktuellen (Ousmane Dembele) und vielleicht künftigen (Michael Olise) Ballon-d'Or-Gewinner besteht, wird seinem Ruf gerecht. Auch Flügelstürmer Desire Doue reihte sich zum Vorrundenabschluss gegen Norwegen in die Torschützenliste ein. Nicht zu vergessen, die Feuerkraft, die Frankreich etwa mit Bradley Barcola, Rayan Cherki und Jean-Philippe Mateta noch einwechseln könnte.
Schwedischer Kindheitstraum
"Wir fahren nach New Jersey, um gegen den besten internationalen Angriff der letzten zwanzig Jahre anzutreten", schrieb die schwedische Tageszeitung "Aftonbladet" und sprach von einem furchterregenden Ensemble, das "noch talentierter ist als bei den WM-Siegen 1998 und 2018". Auch Zlatan Ibrahimovic sieht kaum eine Mannschaft, die Frankreich schlagen kann. "Die einzige Chance für den Gegner ist, dass sie nachlässig werden und abschalten. Nur dann habe ich erlebt, dass ein Gegner ins Spiel findet", sagte die als TV-Experte arbeitende, schwedische Fußball-Ikone. Schwedens Trainer Graham Potter sprach trotz geringer Erfolgsaussichten von "einem Spiel, von dem man als Kind geträumt hat".
Schwedens Auftakt war mit einem 5:1 gegen Tunesien famos, gegen die Niederlande folgte aber ein ebenso herber Dämpfer (1:5). Zum Abschluss der Gruppenphase teilten Viktor Gyökeres und Kollegen mit Japan die Punkte (1:1). Potter muss defensiv einmal mehr improvisieren, weil Stammverteidiger Isak Hien verletzt ausfällt. Geht es nach der Papierform, steigt Frankreich ins Achtelfinale auf, wo es eventuell zum Kracher gegen Deutschland kommen könnte.
Französische Gipfelbesteigung
Deschamps vergleicht die WM-Mission indes mit einer Bergbesteigung. Je näher man dem Gipfel komme, desto schwieriger würden die Herausforderungen, erklärte der 57-Jährige in einer Teamansprache. "Ihr seid selbstbewusst genug und ihr seid fähig, etwas Großes zu erreichen", sagte Deschamps, der nach 14 Jahren als Teamchef von "Les Bleus" aufhören wird. Medienberichten zufolge wird ihm Zinedine Zidane nachfolgen.