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Für Gehörlose: Launch von neuem Gesundheitsportal

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Die Beratungsstelle equalizent möchte mit ihrem neuen Portal "besserleben.wien" Orientierung für gehörlose Menschen in Wien schaffen.
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Für gehörlose Menschen ist das Gesundheitssystem in weiten Teilen nicht barrierefrei. Deswegen hat die Beratungsstelle equalizent am Dienstag das neue Informationsportal "besserleben.wien" vorgestellt. Das Angebot soll Gehörlosen einen Überblick über barrierefreie Gesundheitsangebote in Wien geben. Außerdem stehen Informationen und Lernmaterialien zur Prävention von gesundheitlichen Problemen in Österreichischer Gebärdensprache (ÖGS) und leichter Sprache zur Verfügung.

Gehörlose Menschen sind im Alltag oftmals auf Dolmetscherinnen und Dolmetscher angewiesen. In medizinischen Notfällen verursacht das Schwierigkeiten. Während hörende Menschen einfach in die Notaufnahme gehen können und verstanden werden, sei das für Gehörlose nicht möglich, erklärt Thorben Pachler von equalizent. Solche Kommunikationsbarrieren führen bei Betroffenen zu Unsicherheit und Missverständnissen. Oftmals werden dringend notwendige Arztbesuche deswegen ganz vermieden.

Portal zeigt Handlungsbedarf

Auch im Bereich der psychischen Gesundheit ist die Kommunikation über einen Dolmetscher eine zusätzliche Schwierigkeit. Gehörlose müssen in der Therapie durch eine dritte Person über intime Angelegenheiten sprechen, um von einem hörenden Psychologen verstanden zu werden. Dies verlangt von den Betroffenen ein großes Maß an Vertrauen. Die Kommunikation im Dreieck erschwere das Schildern der eigenen Lebenssituation, erklärt Entwicklungspsychologin Paulina Spelbrink, die selbst gehörlos ist. Wenn Gehörlose direkt mit einem ÖGS-kompetenten Therapeuten kommunizieren können, vereinfacht das die Situation.

Das Informationsportal "besserleben.wien" soll daher Informationen zu barrierefreien Gesundheitsangeboten bündeln und für Betroffene leicht zugänglich machen. Oftmals fehle es auch schlicht an barrierefreien Angeboten. Laut Psychologin Marie Burgstaller musste sie die Familie eines gehörlosen Kindes, das eine Testung auf ADHS und Autismus gebraucht hatte, an eine Stelle in Linz verweisen, weil es in Wien nicht die notwendigen barrierefreien Angebote dafür gebe. Equalizent hofft, mit dem Portal Handlungsbedarf sichtbar zu machen und damit weitere gesundheitspolitische Debatten anzustoßen. (APA)