Hinter dem skurrilen Spitznamen steckt der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), ein seltener Süßwasserfisch, der in schlammigen Tümpeln, Altarmen und Auen lebt. Tagsüber versteckt er sich im Boden, nachts geht er mit seinen zehn kleinen Barteln auf Nahrungssuche. Würmer, Schnecken, Muscheln und Insektenlarven stehen dabei auf seinem Speiseplan.
Darum heißt er "Furzgrundel"
Wird in seinem Gewässer der Sauerstoff knapp, schluckt der Schlammpeitzger einfach Luft. Den Sauerstoff nimmt er anschließend über seinen Darm auf – ein außergewöhnlicher Trick, den nur wenige Fische beherrschen.
Die verbleibende Luft entweicht danach wieder aus dem Körper – oft in Form kleiner Bläschen und manchmal sogar mit einem leisen Quietschen. Genau deshalb erhielt der Fisch im Volksmund seinen ungewöhnlichen Namen.
Auch interessant
Ein echter Überlebenskünstler
Der Schlammpeitzger kann aber noch mehr: Wird sein Lebensraum zu trocken oder friert im Winter zu, gräbt er sich tief in den Schlamm ein und übersteht dort wochen- oder sogar monatelang die schwierigen Bedingungen. Seine besondere Darmatmung macht ihn zu einem der außergewöhnlichsten Süßwasserfische Europas.
Sein Lebensraum verschwindet
So lustig sein Name auch klingt – die Lage des Schlammpeitzgers ist ernst. Natürliche Auen, Altarme und Tümpel verschwinden seit Jahrzehnten durch Flussbegradigungen, Entwässerungen, Dämme und die Folgen des Klimawandels.
Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2026 wollen Naturschutzorganisationen deshalb auf den dramatischen Verlust dieser wertvollen Lebensräume aufmerksam machen. Rund drei Viertel der heimischen Auen wurden in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert oder sind ganz verschwunden.
Wo die "Furzgrundel" noch lebt
Ganz verschwunden ist der außergewöhnliche Fisch glücklicherweise noch nicht. Restbestände finden sich unter anderem in den March-Auen, im Nationalpark Donau-Auen, rund um den Neusiedler See sowie in einigen ehemaligen Donau-Nebenarmen in Oberösterreich.
Trotzdem gilt der Schlammpeitzger weiterhin als stark gefährdet – und braucht dringend geschützte Lebensräume, damit Österreichs wohl kuriosester Fisch nicht irgendwann ganz verschwindet.