Mas vor Gesamtsieg
Gall sichert Podestplatz vor Vuelta-Schlussetappe ab
La Calahorra. Felix Gall wird die Vuelta aller Voraussicht nach auf dem Podest beenden. Der Osttiroler wehrte auf der schwierigen vorletzten Etappe alle Angriffe des in der Gesamtwertung viertplatzierten Richard Carapaz ab und attackierte am Schlussanstieg der Königsetappe auf den Collado del Alguacil selbst Primoz Roglic. Der Slowene verteidigte aber seinen zweiten Platz hinter Enric Mas. Der Spanier steht vor dem Gesamtsieg. Etappensieger wurde sein Landsmann Mikel Landa.
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Galls Tag begann zunächst schlecht. Der Decathlon-Kapitän musste bald auf seinen Helfer Matthew Riccitello verzichten. Schnell war klar, dass sein dritter Rang von Carapaz attackiert wird. Bereits beim ersten von vier steilen Anstiegen versuchte der Ecuadorianer sein Glück. Gall musste nachfahren und holte seine Konkurrenten wenig später wieder ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte eine Ausreißergruppe bereits einen Vorsprung von etwa zehn Minuten herausgefahren.
Gall brachte Roglic unter Druck
Kurz vor Ende des zweiten Anstiegs versuchte sich Carapaz erneut abzusetzen, wieder musste Gall ihn einholen. Der Osttiroler parierte noch einen weiteren Angriff des Südamerikaners. Am letzten Anstieg, dem schwersten der diesjährigen Vuelta, versuchte Gall dann sein Glück. Nur von Mas verfolgt ließ er Roglic stehen. Auch der Spanier konnte dem Österreicher dann nicht mehr folgen. Roglic rettete am Ende 29 Sekunden Vorsprung auf den Etappen-13. Gall ins Ziel. Carapaz liegt nun schon über vier Minuten hinter dem Podest.
"Ich wollte am letzten Anstieg noch einen starken Eindruck hinterlassen", sagte Gall im Ziel. Es gelte nun einmal, die Schlussetappe zu beenden. Diese führt über nur 112 km um Granada. Nach rund 70 km wird erstmals die Ziellinie überquert, es folgen vier Schlussrunden. Gerüchten zufolge soll das Rennen vor der letzten Runde neutralisiert werden und die Gesamtwertung feststehen. Es würde dann nur noch um den Etappensieg gehen. Grund für den Schritt, der bisher nicht offiziell bestätigt ist, soll die Sicherheit der Fahrer sein.
"Eine hervorragende Saison"
Hält Gall wie erwartet seinen Platz, hätte er nach dem zweiten Rang beim Giro auch eine zweite Grand Tour in diesem Jahr auf dem Podest beendet. "Es war bis jetzt wirklich eine hervorragende Saison. Das große Ziel in diesem Jahr war, um das Podium bei einer Grand Tour zu kämpfen. Beim Giro hat das super geklappt, und ich bin wirklich glücklich, dass ich mich auch hier in einer super Form präsentieren konnte", meinte Gall. Einen Podestrang bei einer der großen Rundfahrten hatte vor ihm aus rot-weiß-roter Sicht nur Adolf Christian mit einem dritten Gesamtplatz bei der Tour de France 1957 erreicht.
Der 31-jährige Mas liegt vor der Schlussetappe 2:15 Minuten vor Roglic und wäre der erste Spanier mit einem Vuelta-Sieg seit Alberto Contadors Triumph 2014.