Kriegsentscheidend?

Geheimwaffe: So will die Ukraine Russland besiegen

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Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt ein Video zum ersten Einsatz einer neuen ukrainischen Abfangdrohne. Das System traf eine schnelle russische Geran-5-Drohne.
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Die militärische Spionageabwehr des ukrainischen Geheimdienstes SBU verzeichnete bereits den zweiten erfolgreichen Einsatz des neuen ukrainischen Abfangjägers. Dabei wurde eine mit Strahlantrieb ausgestattete russische Geran-5 getroffen.

Das veröffentlichte Video zeigt den Start des Abfangjägers von einer Katapultvorrichtung am Boden sowie Bordkamera-Aufnahmen, auf denen sich die Drohne ihrem Ziel nähert. Unabhängig überprüfen lassen sich alle Details des Einsatzes anhand der kurzen Aufnahmen nicht. Selenskyj dankte den beteiligten Soldaten für ihre Präzision und verwies darauf, dass das System bereits am selben Tag erfolgreich eingesetzt worden sei. Laut ukrainischen Angaben handelt es sich um die ersten Aufnahmen vom Abschuss einer Geran-5 durch das neue System.

Einsatz gegen schnelle Angriffsdrohnen

Technische Details zur neuen Waffe hält Kiew weitgehend geheim. Zu erkennen ist ein Fluggerät mit Deltaflügel, wobei das Militärportal "Militarnyi" von einem Strahlantrieb ausgeht. Einen Namen nannte Kiew bisher nicht. Damit dürfte es sich nicht um die im August vorgestellte "Alexa Spatium" handeln. Diese ebenfalls strahlgetriebene Drohne wurde laut Verteidigungsministerium unter anderem zur Bekämpfung der Modelle Geran-3, Geran-4 und Geran-5 entwickelt.

Der Grund für die Entwicklung liegt im aufrüstenden Gegner: Russland setzt verstärkt auf raschere Drohnen mit Strahlantrieb. Die Geran-5 erreicht laut ukrainischer Luftwaffe etwa 450 bis 600 km/h sowie Flughöhen von bis zu sechs Kilometern. Dadurch sinkt die Zahl wirksamer Abwehrwaffen.

Bedrohung durch russische Drohnen steigt

Auch optisch unterscheidet sich die Geran-5 von typischen Shahed-Modellen. Das rund sechs Meter lange Gerät mit einer Spannweite von bis zu 5,5 Metern ähnelt einem kleinen Marschflugkörper und nutzt laut "Militarnyi" einen chinesischen Strahlantrieb vom Typ TELEFLY TF-TJ2000A. Gemäß einer BBC-Analyse auf Basis ukrainischer Militärangaben stieg die Zahl russischer Angriffe mit strahlgetriebenen Drohnen von etwa 350 im Juni über 1.600 im Juli auf 2.800 im August.

Serienproduktion als Kiews Ziel

In der Ukraine läuft deshalb ein Entwicklungswettlauf. Donnerstag erklärte ein Militärvertreter, dass vier aussichtsreiche Abfangdrohnen unter Frontbedingungen getestet würden und rund zehn weitere Hersteller an eigenen Modellen arbeiten. Darunter befinden sich elektrisch und mit Strahltriebwerken angetriebene Systeme. Selenskyj sprach zuvor von 67 ukrainischen Unternehmen, die grundsätzlich zur Massenfertigung entsprechender Abfangsysteme in der Lage seien. Zwei Entwicklungen absolvierten zuletzt erfolgreiche Gefechtstests. Ziel ist nun die rasche Serienproduktion geeigneter Systeme.