Beben in Frankreich

Geldwäsche-Verdacht rund um Kylian Mbappe

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Finanz-Skandal erschüttert Frankreichs Fußball! Eine Recherche der französischen Sportzeitung L’Équipe bringt schwere Vorwürfe gegen ans Licht. Der langjährige Sicherheitschef Mohamed Sanhadji der Équipe Tricolore und Vertraute von Kylian Mbappé steht im Visier der Justiz.
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Der Vorwurfskatalog hat es in sich: Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Bestechung und Betrug. Der französische Fußballverband FFF schloss sich dem Verfahren bereits als Zivilkläger an.

Am 16. September wurde Sanhadji offiziell angeklagt. Unter Wahrung der Unschuldsvermutung verhängte das Gericht eine Kaution von 80.000 Euro, ein Kontaktverbot zu aktuellen und früheren Spielern, Trainern sowie Funktionären und ein Berufsverbot im Sport. Besuche in Clairefontaine, im Stade de France und im Parc des Princes sind nur noch mit Genehmigung erlaubt.

Liegt auch gegen Mbappe eine Anklage vor?

Ins Rollen kamen die Ermittlungen durch Hinweise der Finanzermittlungsstelle Tracfin im Sommer 2024. Im Zentrum steht die Frage, ob Zahlungen von Nationalspielern echte Spenden oder verschleierte Honorare für private Sicherheitsdienste waren. Mbappé überwies Sanhadji insgesamt 180.300 Euro: 60.300 Euro als WM-Bonus im Juni 2023 sowie weitere 120.000 Euro als Darlehen für einen Hauskauf über seine Mutter und Agentin Fayza Lamari.

Drei weitere Beamte erhielten jeweils 30.000 Euro. Mbappés Umfeld spricht von Anerkennung ohne Gegenleistung. Gegen den Real-Star selbst liegt keine Anklage vor. Privatreisen, darunter ein Kamerun-Trip im Juli 2023, stehen dennoch im Fokus.

Mehr als 300.000 Euro im Visier

Zwischen 2020 und 2024 flossen von rund 15 aktuellen und ehemaligen Nationalspielern mehr als 300.000 Euro an Sanhadji – dazu kamen Urlaubsgelder und Sachleistungen. Raphael Varane, Sabri Lamouchi und Laurent Blanc zahlten jeweils 20.000 Euro, Yann M’Vila 15.000 und Matteo Guendouzi 7.500 Euro. In einer Nachricht an Guendouzi schrieb Sanhadji am 25. Oktober 2024: "Wenn diese Angelegenheit ans Licht kommt, ist es aus mit mir."

Der seit 2004 als Polizist tätige Sicherheitschef war über zwei Jahrzehnte eine Schlüsselfigur im Nationalteam. Selbst Spieler und Zinedine Zidane sollen sich für seinen Verbleib im WM-Betreuerstab 2026 eingesetzt haben. Trotz Ermittlungen stellte ihn der Verband nach seiner von der Polizeidirektion am 19. Dezember 2025 angeordneten vorzeitigen Pensionierung wegen des nicht gemeldeten Mbappé-Schecks weiter an – mit Vertrag bis Juli 2026. Beim Besuch von Präsident Emmanuel Macron am 2. Juni schaffte es Sanhadji auf Mbappés Initiative sogar noch aufs offizielle Gruppenfoto.