West-Nil-Fälle
Gelsen-Alarm: Todes-Virus fordert schon 61 Opfer
Solna/EU-weit. Seit dem Frühjahr sind in Europa deutlich mehr als 1.500 West-Nil-Fälle registriert worden, bei denen man sich im eigenen Land angesteckt hat - also nicht im Ausland. Mit rund 696 der insgesamt 1.569 Fälle ist Italien am stärksten betroffen, teilte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit Stand 23. September mit. Dahinter folgen Griechenland mit 355 Fällen und Spanien (125 Fälle). Für Österreich werden sieben Fälle ausgewiesen.
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In Italien sind die Infektionen fast flächendeckend über das ganze Land verteilt, mit Schwerpunkten um Rom, Padua und Mailand. In Spanien dagegen sind laut ECDC lediglich die südwestliche Region Extremadura und der westliche Teil von Andalusien betroffen. Hinter den Top-Drei folgen Frankreich (102 Fälle), Rumänien (91), Nordmazedonien (69) und Serbien (46). Auffällig ist eine Häufung von 28 Fällen in den Niederlanden. Deutschland ist mit vier Fällen gelistet.
Rekordhalter ist das Jahr 2018 mit insgesamt 2.083 Fällen
Mit Stand 3. September waren der Behörde insgesamt 61 Todesfälle gemeldet worden, 49 Menschen starben allein in Italien und Griechenland. Die bisher gemeldeten Fälle übertreffen die in den vergangenen Jahren in Europa registrierten Zahlen deutlich: Im Gesamtjahr 2025 wurden laut ECDC 1.112 Fälle registriert, 2024 waren es insgesamt 1.436, und auch 2022 wurden mit 1.339 relativ viele Fälle dokumentiert. Rekordhalter ist jedoch nach wie vor das Jahr 2018 mit insgesamt 2.083 Fällen.
Das West-Nil-Virus wird laut dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI) hauptsächlich von Gelsen zwischen wild lebenden Vögeln übertragen. Die Stechmücken können aber auch Menschen und andere Säugetiere infizieren. Etwa 20 Prozent der Menschen, die sich mit dem West-Nil-Virus anstecken, entwickeln West-Nil-Fieber - eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede 100. infizierte Person erkrankt schwer. Das West-Nil-Fieber heile in der Regel komplikationslos aus, schreibt das RKI, nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig.