Naturschutz

Artenvielfalt im Fokus: NÖ ordnet Schutzgebiete neu

© Norbert Novak
Mehr Schutz für Niederösterreichs Natur: 19 Europaschutzgebiete bekommen eine neue Betreuung, um Lebensräume langfristig zu sichern und die Regionen enger zu vernetzen.
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Niederösterreich stärkt seine Europaschutzgebiete: Die Landesregierung hat die Weichen für die fachliche Betreuung von insgesamt 19 Schutzgebieten für den Zeitraum von Dezember 2026 bis Dezember 2028 gestellt. Naturschutz-Landesrätin Susanne Rosenkranz betont, dass Naturschutz "nicht am Schreibtisch", sondern direkt vor Ort in den Regionen umgesetzt werde.

"Wer Artenvielfalt erhalten und Lebensräume schützen will, braucht Menschen, die mit Grundeigentümern sprechen, Gemeinden einbinden und konkrete Maßnahmen umsetzen", so Rosenkranz nach dem Regierungsbeschluss. Genau diese Aufgabe übernimmt die sogenannte Schutzgebietsbetreuung, die als zentrale Säule des niederösterreichischen Naturschutzes gilt.

Ziel sei es, Naturschutz gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten und nicht über ihre Köpfe hinweg. Die enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Landwirten, Waldbesitzern, Gemeinden, Naturschutzorganisationen und Bevölkerung sorge dafür, dass Maßnahmen nicht nur umgesetzt, sondern auch breit akzeptiert werden, so die Landesrätin weiter.

Einsatz für seltene Pflanzenarten

Europaschutzgebiete brauchen starke Partner vor Ort. © Büro LR Rosenkranz

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz seltener Arten wie Kuhschellen und Orchideen. Diese gelten als wichtige Indikatorpflanzen für intakte Lebensräume. Um ihre Bestände zu sichern, werden in Niederösterreich regelmäßig Pflegemaßnahmen wie spätes Mähen, Beweidung oder das Entfernen von Gehölzen durchgeführt.

Ob diese Maßnahmen erfolgreich sind, wird durch jährliche Monitorings überprüft. Dabei arbeiten Fachstellen mit einem Freiwilligennetzwerk zusammen: Rund 29 Ehrenamtliche sowie Schülerinnen und Schüler erfassen Vorkommen der geschützten Pflanzen in Regionen wie Wachau, Marchfeld, rund um Retz und am Eichkogel.

Die Daten werden mithilfe einer speziellen App dokumentiert und dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung der Schutzmaßnahmen. Auch Schulen und Naturparks sind in das Projekt eingebunden und unterstützen die Erhebungen im Gelände.

Laut Land Niederösterreich ist das Engagement der Freiwilligen ein wichtiger Baustein für den Naturschutz im Bundesland. Gerade in oft schwer zugänglichen Gebieten leisten sie einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.