Notarzt-Streit

Gesundheits-Duell in NÖ

© Unsplash
SPÖ-Landesrat Sven Hergovich startet eine Meldeplattform für Sorgen im Spital und beim Notarzt, die ÖVP schießt scharf zurück.
Zur Vollversion des Artikels

"Wie gut ein Gesundheitssystem funktioniert, zeigt sich nicht in Organigrammen und Strukturplänen, sondern dann, wenn ein Mensch Hilfe braucht", sagt Hergovich. Auf noe.spoe.at/gesundheit können Patienten, Angehörige und Beschäftigte vertraulich ihre Erfahrungen schildern, auch anonym.

Als Beispiel nennt er die Gesundheitstour 2024: Eltern berichteten von langen HNO-Wartezeiten, daraus wurde "HNÖ hilft" in Klosterneuburg. "Zuhören kann etwas verändern", so Hergovich.

Rot: Zuhören

Auch SPÖ-Gesundheitssprecher Rudi Silvan sieht ein Frühwarnsystem: "Wenn uns aus verschiedenen Teilen Niederösterreichs immer wieder dasselbe Problem gemeldet wird, ist das kein Einzelfall mehr." Zudem warnt er: "Medizinische Versorgung darf nicht vom Einkommen abhängen."

Beim Notarzt bleibt Hergovich hart: "Zuerst müssen die versprochenen Verbesserungen und Ersatzmaßnahmen funktionieren. Kein Risiko im Notfall."

Schwarz: Konter

VPNÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Matthias Zauner holt zum Gegenschlag aus: "Rotes Kreuz und Samariterbund haben die entsprechenden Ersatzmaßnahmen vorbereitet. Die Fakten liegen auf dem Tisch." Hergovich nennt er "Verunsicherungslandesrat".

Kritiker sehen in der Plattform eine Art Whistleblowing-Stelle, also quasi "modernes Vernadern". Zauner wirft Hergovich vor, der Patientenanwaltschaft Konkurrenz zu machen und Populismus "hemmungslos zur Schau" zu stellen. Sein Urteil: "Angst schüren ist keine Gesundheitspolitik!"

In diesem Sinne: Es bleibt spannend im großen Konflikt um die Notarztstandorte im Land, die radikal runtergestrichen werden soll. So sieht es jedenfalls das Land vor.