Mehr Beratungen

Gewaltschutzzentren schlagen in OÖ Alarm

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Soziale Medien bereiten den Expertinnen große Sorgen. Mehr Bewusstsein für problematische Inhalte wird gefordert.
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OÖ. Die Gewaltschutzzentren Oberösterreich verzeichnen einen steigenden Beratungsbedarf. Im ersten Halbjahr wurden 2.391 Klientinnen und Klienten betreut, nach 2.239 im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereits 2025 führte das Gewaltschutzzentrum mit seinen 32 Beraterinnen an mehreren Standorten mehr als 16.600 Beratungsgespräche mit knapp 3.900 Personen, sagten die Vorsitzende Sonja Ablinger und Geschäftsführerin Eva Schuh am Donnerstag.

2.422 Betretungs- & Annäherungsverbote 2025

Auslöser für eine Betreuung sind häufig Betretungs- und Annäherungsverbote, die von der Polizei ausgesprochen werden. Im vergangenen Jahr wurden in Oberösterreich 2.422 solcher Maßnahmen verhängt. Während der zweiwöchigen Schutzfrist unterstützen die Beraterinnen Betroffene dabei, langfristige Lösungen zu entwickeln. Die Beratung erfolgt anonym und steht auch Angehörigen sowie Personen offen, die sich Sorgen um mögliche Gewaltopfer machen.

Als Warnsignale für eine toxische Beziehung nennen die Expertinnen kontrollierendes Verhalten, etwa wenn Partner Kleidung vorschreiben, Handykontakte überwachen oder soziale Kontakte einschränken. Betroffene sollten behutsam angesprochen und auf Hilfsangebote aufmerksam gemacht werden.

Soziale Medien bereiten große Sorgen

Sorge bereiten den Gewaltschutzzentren außerdem Entwicklungen in sozialen Medien. Trends wie "Tradwives" oder "Stay at Home Girlfriends" würden traditionelle Rollenbilder romantisieren und Frauen auf eine untergeordnete Rolle reduzieren. Gleichzeitig verbreiteten Strömungen der sogenannten "Manosphere" oder "Incel"-Szene problematische Vorstellungen von Männlichkeit und rechtfertigten teilweise Gewalt gegen Frauen.

88 Prozent der Täter männlich

Nach Angaben des Gewaltschutzzentrums waren 88 Prozent der Täter männlich und 79 Prozent der Opfer weiblich. Auch Männer seien jedoch von Gewalt betroffen, oftmals durch männliche Täter. Die Expertinnen betonen, dass der Einfluss sozialer Medien auf Jugendliche zunehmend an Bedeutung gewinnt und fordern mehr Bewusstsein für problematische Inhalte. Gleichzeitig verweisen sie auf die zahlreichen Beratungs- und Hilfsangebote für Betroffene in Oberösterreich.