INSTALLATION

Goldene Mini-Mozarts: Ein Drittel bereits gestohlen

© FMT Pictures
Mehr als 80 der 230 Skulpturen sind bereits verschwunden. Nach der Ausstellung kann man sie offiziell um 90 Euro kaufen.
Zur Vollversion des Artikels

Am 15. Juli wurden im Salzburger Mirabellgarten 230 goldfarbene, 50 Zentimeter große Mozart-Figuren aus Kunststoff ausgestellt. Ob die Skulptureninstallation des deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl tatsächlich wie geplant bis 30. August zu sehen sein wird, ist jedoch fraglich. Wie die Internationale Stiftung Mozarteum als Auftraggeber des Kunstwerks am Mittwoch der APA mitteilte, wurden bereits weit über 80 der Figuren gestohlen. Ganz überraschend komme das aber nicht.

"Manchmal fehlt in der Früh ein Mozart, manchmal sind es zwei oder drei", sagte der Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum, Linus Klumpner, zur APA. Zwar gehe die Zahl der Diebstähle langsam zurück, vor allem nach Wochenenden würden aber meist mehrere der Statuen fehlen. "Unser Appell ist, jetzt wirklich keine Figuren mehr zu entwenden. Wir wollen, dass die Installation auch für Besucherinnen und Besucher, die erst in den kommenden Wochen nach Salzburg kommen, erhalten bleibt."

Auch Wagner Skulpturen gestohlen

Wie Klumpner berichtete, sei die Ausstellung unfassbar beliebt. "Von Cincinnati bis Shanghai haben über 200 Zeitungen, Zeitschriften, TV-Sender und Medien darüber berichtet." Man habe durchaus - wie auch Künstler Hörl - damit gerechnet, dass Figuren verschwinden werden. "Der Künstler hat erzählt, dass es auch Städte gegeben hat, da war seine Installation am nächsten Tag nicht mehr da." 2017 hat Hörl in Bayreuth 115 Wagner-Skulpturen aufgestellt. Kurz darauf waren sie alle gestohlen.
Wohl keine strafrechtlichen Konsequenzen für Souvenir-Sammler
Strafrechtliche Konsequenzen drohen den Souvenir-Sammlern übrigens nicht - zumindest nicht von Seiten der Stiftung Mozarteum. "Die Mozartfiguren gehören dem Herrn Hörl. Er hat gesagt, sie seien im öffentlichen Raum aufgestellt, er freue sich, wenn die Figuren auch ihren Weg woandershin finden. Ich glaube darum nicht, dass er die Diebstähle anzeigen wird."

Nach der Ausstellung um 90 Euro verkauft

Produziert wurden vom Künstler übrigens mehr als die ausgestellten Mini-Mozarts, wohl als Reserve. Die Figuren können nach Ende der Ausstellung ganz offiziell gekauft werden - um 90 Euro pro Stück. Ein erstes Kontingent ist bereits weg, die Zahl der Reservierungen für die restlichen Stücke habe bereits die Obergrenze erreicht, sagte Klumpner.

Die Kunstinstallation wurde anlässlich des 270. Geburtstages des Komponisten in diesem Jahr aufgestellt. Neben dem Standort im Mirabellgarten tummeln sich übrigens noch kleinere Abordnungen mit insgesamt 90 weiteren Figuren im Mozart-Wohnhaus, im Zauberflöten-Häuschen und im Garten des Mozarteums.