All-Rechenzentrum
Google schießt eigene KI-Chips in den Orbit
Unter dem Namen "Project Suncatcher" bringt Google einen etwa kühlschrankgroßen Satelliten namens MVP auf den Weg, berichtet Forschung und Wissen unter Berufung auf einen Blogbeitrag von Google anlässlich des ersten Tests von "Project Suncatcher". Im Inneren arbeiten vier sogenannte Tensor Processing Units (TPUs) – Googles Spezialchips für KI-Anwendungen. Die Rechenleistung des Prototyps entspricht in etwa der eines einzelnen Servers in einem klassischen irdischen Rechenzentrum.
Der Satellit startet an Bord einer Falcon 9-Rakete von SpaceX (Mission Transporter-18). Den Startplatz bildet die Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Entwickelt hat Google das fliegende Mini-Rechenzentrum in enger Zusammenarbeit mit dem renommierten Satellitenbetreiber Planet.
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Achtmal mehr Energie als auf der Erde
Der wahre Reiz dieser Weltraum-Mission liegt in der unerschöpflichen Energieversorgung. Der MVP-Satellit steuert eine sogenannte sonnensynchrone Dämmerungsbahn in niedriger Höhe an. Auf dieser Route fliegt der Flugkörper exakt entlang der irdischen Tag-Nacht-Grenze und bleibt dadurch nahezu pausenlos im direkten Sonnenlicht. Die Solaranlage kann im All bis zu achtmal mehr Strom erzeugen als eine vergleichbare Anlage am Boden.
Bevor riesige Serverfarmen durch den Kosmos schweben, muss die Hardware ihre Robustheit beweisen. Im All warten extreme Belastungen, die sich im Labor auf der Erde niemals gleichzeitig simulieren lassen, so Forschung und Wissen.
Die Vision: Schwebende Server-Cluster
Hinter der Mission steckt ein Problem der Tech-Branche: Das Training großer KI-Modelle verschlingt astronomische Mengen an Strom. Googles Vision sieht gigantische Satelliten-Schwärme vor: Geplant sind Cluster aus 81 Satelliten, die in einem Radius von nur einem Kilometer in enger Formation fliegen. Über Laserverbindungen bündeln sie ihre Rechenkapazitäten zu einem gewaltigen, fliegenden Supercomputer.