185 Millionen Passagiere

Größter Flughafen der Welt entsteht mitten in der Wüste

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Saudi-Arabien hat mit dem Bau eines gigantischen Luftfahrt-Projekts begonnen, das alle bisherigen Dimensionen sprengen soll.
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Bis zum Jahr 2050 soll der neue King Salman International Airport zum unangefochtenen Spitzenreiter im weltweiten Passagierverkehr aufsteigen.

Die neuen Dimensionen des weltweiten Flugverkehrs

Die Pläne des renommierten britischen Architekturbüros Foster + Partners für den neuen King Salman International Airport (KSIA) in der saudischen Hauptstadt Riad klingen wie Science-Fiction. Das ehrgeizige Ziel der Erbauer ist es, bis zum Jahr 2050 eine Kapazität von unvorstellbaren 185 Millionen abgefertigten Passagieren pro Jahr zu erreichen. Der Bau dieses gigantischen Projekts hat bereits im vergangenen Jahr 2025 begonnen und wird auf dem Areal des bisherigen King Khalid International Airports realisiert. Der bestehende Flughafen wird dafür im großen Stil umgebaut, erweitert und modernisiert.

Schon im Jahr 2030, wenn die erste große Ausbaustufe abgeschlossen sein soll, wollen die Betreiber rund 120 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen. Damit würde der neue Mega-Flughafen die aktuellen Spitzenreiter im weltweiten Flugverkehr bereits in wenigen Jahren deutlich überholen. Wie das Fachportal "GameStar" (Autor Nils Raettig) berichtet, soll der Flughafen samt der ihn umgebenden Stadt – eine sogenannte Aerotropole – eine Gesamtfläche von rund 57 Quadratkilometern einnehmen.

Wer sind die aktuellen Riesen am Himmel?

Obwohl der King Salman Airport bei den Passagierzahlen neue Weltrekorde aufstellen will, ist er flächenmäßig nicht der größte Flughafen unseres Planeten. In dieser Kategorie bleibt Saudi-Arabien mit einem anderen Projekt führend.

Die flächenmäßig größten Flughäfen der Welt im direkten Vergleich:

  • King Fahd International Airport (DMM), Saudi-Arabien: Mit einer Gesamtfläche von gigantischen 778 Quadratkilometern (78.000 Hektar) der unangefochtene Spitzenreiter, obwohl nur ein Bruchteil dieser Fläche für den tatsächlichen Flugbetrieb genutzt wird.
  • Denver International Airport (DEN), USA: Erstreckt sich über eine enorme Fläche von 135,7 Quadratkilometern (13.571 Hektar).
  • Dallas/Fort Worth International Airport (DFW), USA: Belegt mit einer Gesamtfläche von 69,6 Quadratkilometern (6.963 Hektar) den dritten Platz.
  • Orlando International Airport (MCO), USA: Deckt eine Fläche von rund 53,8 Quadratkilometern (5.383 Hektar) ab.
  • Washington Dulles International Airport (IAD), USA: Komplettiert die Top 5 mit einer Ausdehnung von 48,6 Quadratkilometern (4.856 Hektar).

Passagier-Rekorde: Atlanta und Dubai wackeln

Bei den jährlichen Fluggastzahlen dominieren derzeit noch andere Luftfahrt-Drehkreuze die weltweiten Statistiken. Aktueller Spitzenreiter ist der Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport in den USA mit weit über 108 Millionen Passagieren pro Jahr. Auf dem zweiten Platz folgt der Dubai International Airport in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit über 92 Millionen Fluggästen, der vor allem bei den internationalen Verbindungen die weltweite Nummer eins ist.

Dahinter reihen sich der Dallas/Fort Worth International Airport mit rund 88 Millionen Passagieren, der Flughafen Tokio-Haneda in Japan mit etwa 85,9 Millionen Passagieren sowie der europäische Spitzenreiter London Heathrow in Großbritannien mit rund 83,8 Millionen abgefertigten Passagieren ein. All diese etablierten Riesen der Luftfahrtbranche müssen sich jedoch warm anziehen, sobald der King Salman Airport im Jahr 2030 seine Pforten in vollem Umfang öffnet und die geplante Passagiermarke von 120 Millionen knackt.

Grüne Ambitionen und ethische Herausforderungen

Die Planer des King Salman Airports betonen, dass das Mega-Projekt trotz seiner enormen Ausmaße im Bereich der Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen soll. Das erklärte Ziel ist das Erreichen eines LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) Platinum Zertifikats, des höchsten internationalen Gütesiegels für umweltfreundliches Bauen. Der gesamte Flughafen soll nach seiner Fertigstellung möglichst vollständig durch erneuerbare Energien betrieben werden. Auch während der Bauphase wird auf Nachhaltigkeit geachtet: Die saudische Presseagentur SPA berichtete bereits im Juli 2025 über Partnerschaften mit der Biofuel Company, um den Baustellenverkehr statt mit fossilem Diesel mit umweltschonendem B100-Biodiesel zu betreiben.

Dennoch werfen Kritiker auch ethische Fragen auf. Bei solch gigantischen Bauvorhaben im Nahen Osten kommt es immer wieder zu Diskussionen über die Arbeits- und Lebensbedingungen der zahlreichen Wanderarbeiter vor Ort. Konkrete Vorwürfe dieser Art sind für das King-Salman-Projekt zwar bislang nicht bekannt, doch unabhängige Beobachter mahnen angesichts ähnlicher Großprojekte in der Region zur Wachsamkeit.