Ukrainische Drohnen

Großangriff: Putins Heimatstadt brennt

© APA/AFP/STRINGER
Die Ukraine hat nach russischen Angaben Moskau und St. Petersburg angegriffen.
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Die russische Luftabwehr habe 195 ukrainische Drohnen auf dem Weg in die Hauptstadt zerstört, teilte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin auf Telegram mit. Außerdem habe die Ukraine mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal und ein Rechenzentrum, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko.

Das Militär habe in der Region um St. Petersburg 126 ukrainische Drohnen abgewehrt. Es gebe keine Opfer. In der Anlage des Ölterminals im Hafen sei ein Feuer ausgebrochen, sagte demnach der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow. Das genaue Ausmaß der Schäden blieb zunächst unklar. Im Internet kursierten nicht unabhängig bestätigte Videos, die dort einen großen Brand zeigen sollen.

Berichte: Angriff auf Brücke in St. Petersburg

Ukrainische Medienberichte, wonach Videos einen Treffer auf einer achtspurigen Brücke in St. Petersburg zeigten, bestätigte die russische Seite zunächst nicht. Russland hatte jüngst eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen.

Das getroffene Rechenzentrum gehört dem TASS-Bericht zufolge der Internetfirma VK, die ein in Russland beliebtes soziales Netzwerk betreibt. Der Flughafen St. Petersburg setzte aufgrund des ukrainischen Angriffs TASS zufolge zeitweise seinen Betrieb aus; Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht.

Moskauer Flughäfen setzen Betrieb aus

Die Moskauer Flughäfen Domodedowo und Wnukowo setzten den Flugbetrieb aus. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

In der Nacht auf Samstag hatte Russland nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr als 15 ukrainische Energieanlagen angegriffen. Die russische Armee habe ihre Kampagne gegen das Energiesystem ausgeweitet und versuche, die ukrainischen Reserven und Reparaturkapazitäten so weit wie möglich zu strapazieren, teilte Selenskyj auf Telegram mit.

Wie Selenskyj weiter mitteilte, funktioniert das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink weiterhin nur gedrosselt. Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj nach Medienberichten am Samstag in Kiew. "Das heißt, es handelt sich um eine geplante Operation", folgerte er.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Unterstützung gegen einen russischen Angriffskrieg. Kiew greift dabei auch immer wieder Ziele in Russland fernab der Front an, um Moskau die Fortsetzung des Kriegs zu erschweren.