Das Einloggen ins Hotel-WLAN gehört für viele Reisende zur Routine. Doch genau diese Unachtsamkeit wird jetzt ausgenutzt. Sicherheitsforscher warnen vor einer Methode, bei der Hacker die WLAN-Zugangspunkte von Hotels kapern, um gezielt an die Zugangsdaten etwa von Firmenmitarbeitern zu kommen.
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Die Opfer müssen nicht einmal auf einen verdächtigen Phishing-Link klicken oder einen gefährlichen Anhang öffnen. Schon die reine Verbindung mit dem Hotel-Netzwerk kann ausreichen, um in die Falle zu tappen.
Manipulation direkt am Router
Möglich macht das eine Technik namens "DNS Poisoning". Dabei übernehmen die Kriminellen die Kontrolle über den Hotel-Router und manipulieren die Namensauflösung der Webseiten. Wer beispielsweise auf eine Microsoft-365-Seite zugreifen will, wird unbemerkt auf eine Fälschung umgeleitet.
Vor allem im Visier der Cyber-Kriminellen sind damit Geschäftsleute, die sich auf ihrer Reise mit der Firma verbinden. Allerdings kann es auch normale Urlauber betreffen, die sich mit ihren privaten Geräten mit der Firma verbinden wollen.
Gibt das Opfer dort seine Daten ein, landen diese direkt bei den Angreifern. Mit diesen Firmenzugangsdaten öffnen sich für die Hacker oft weitreichende Türen in interne Netzwerke und sensible E-Mail-Postfächer.
Spur führt zum russischen Geheimdienst
Die Vorgehensweise trägt die Handschrift einer bekannten Hackergruppe. Experten sehen Parallelen zu einer Gruppierung, die unter den Namen "Fancy Bear" oder "Forest Blizzard" bekannt ist und dem russischen Militärgeheimdienst zugerechnet wird. Diese Gruppe ist bereits in der Vergangenheit durch ähnliche Router-Manipulationen aufgefallen.
Um sich zu schützen, raten Experten zur durchgehenden Nutzung einer VPN-Verbindung, die den Datenverkehr verschlüsselt. Alternativ sollte man für sensible Logins auf die mobile Datenverbindung des Smartphones ausweichen.