Die zweite Verhandlungsrunde für die rund 420.000 Handelsangestellten ging ohne Einigung zu Ende. Seitens der Arbeitgeber wurde eine Erhöhung der Gehälter um 2,1 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 350 Euro angeboten. Gefordert hatte die Gewerkschaft 3,8 Prozent. Zur Einordnung: Basis für das Feilschen ist die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate von 3,3 Prozent.
Arbeitgeber und Angestellte liegen also sehr weit auseinander. Wenn auch die nächste Runde am 17. November keine Einigung bringt, droht ein Streik vor Advent.
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IHS-Chef Holger Bonin tritt für "differenzierte Abschlüsse" ein. Die Lage in der österreichischen Wirtschaft sei "sehr, sehr unterschiedlich", sagte der Wirtschaftsforscher im ORF. Im Handel sei man nach wie vor mit der steigenden Konkurrenz durch den Onlinehandel konfrontiert, "das Kaufverhalten der Bürgerinnen und Bürger hat sich massiv verändert".
Man müsse vermehrt auf die Produktivitätskomponente schauen. Denn man habe diese Produktivitätskomponente "oft am Durchschnitt der Wirtschaft festgemacht" und "nicht so sehr geschaut, wie geht es denn bei einzelnen Branchen". Die Forderung der GPA nach 3,8 Prozent Lohnplus sei "am oberen Rand dessen, was eben möglicherweise erfüllbar ist für Teile des Handels". Man müsse damit rechnen, dass die Löhne im Handel über einen längeren Zeitraum nicht mehr nach oben gehen. "Am Ende müssen wir sehen, das wird ersetzt durch andere Dinge", so würden etwa im Bereich der Freizeitindustrie "sehr dynamisch Jobs" entstehen.