Abfahrt gesperrt

Haubenkoch platzt wegen A10-Chaos der Kragen

© Instagram/andreasdoellerer
Ein umstrittener Pilotversuch auf der A10 bringt Salzburger Betriebe auf die Barrikaden. Wegen gesperrter Abfahrten klagen erste Unternehmer bereits über finanzielle Einbußen.
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Der Pilotversuch sorgt in Salzburg schon vor dem Start für heftige Kritik. An den kommenden Reisesamstagen werden die Autobahnabfahrten Golling und Kuchl jeweils zwischen 6 und 16 Uhr gesperrt. Wer in diese Orte möchte, muss die A10 bereits in Hallein verlassen  – oe24 berichtete. Diese Maßnahme alarmiert vor allem Salzburger Betriebe.

Auch die Autobahnabfahrt in Kuchl ist am Samstag komplett gesperrt. © ÖAMTC/KK

Wut über Tausende Euro Verlust

Spitzenkoch Andreas Döllerer berichtet den "Salzburger Nachrichten" (SN) von finanziellen Einbußen. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür", ärgert sich der Haubenkoch im Gespräch mit der "SN". Es gebe bereits "Stornierungen von mehreren Tausend Euro". Zudem sorgten Fehlinformationen für zusätzliche Verwirrung: Dass die Abfahrt Golling auch am Samstag, 8. August, und Samstag, 15. August, gesperrt sei, stimme nicht. Tatsächlich betreffe das an diesen Daten nur Kuchl. In Golling sei an diesen Tagen lediglich die Auffahrt Richtung Salzburg und Villach dicht.

Infobox: Ab- und Auffahrtssperren auf der A10
Die Asfinag informiert: Zur Eindämmung des Ausweichverkehrs auf der Tauern Autobahn (A10) in Salzburg werden im Sommerreiseverkehr an besonders starken Reisesamstagen drei A10-Ab- und Auffahrten in der Zeit von 6.00 bis 16.00 Uhr gesperrt.
Reiseverkehr Richtung Süden
Sperren am Samstag, 1. August, 6-16 Uhr
  • Anschlussstelle Kuchl: Sperre der Ausfahrt Richtung Süden
  • Anschlussstelle Golling-Abtenau: Sperre der Ausfahrt Richtung Süden; Sperre der Auffahrt in beide Fahrtrichtungen
Samstage, 8. & 15. August
  • Sperren wie am 1. August, Abfahrt Golling in Richtung Süden bleibt jedoch offen (die Blockabfertigung wird vor die Anschlussstelle verlegt).
Rückreiseverkehr Richtung Salzburg
  • Samstage, 22. August, 29. August & 5. September:
Testphase für die Rückreisewelle Richtung Norden an den Anschlussstellen Werfen, Pfarrwerfen und Buchberg (Knoten Pongau).
Diese Verkehrsmaßnahme wurde von der Bezirkshauptmannschaft Hallein beschlossen und gilt für alle Verkehrsteilnehmer, auch für Einheimische.
Änderungen sind am Samstag jedoch situationsabhängig möglich.

Nach harten Jahren mit Tunnelbaustellen sei die Geduld am Ende. "Wir können uns solche Experimente einfach nicht mehr leisten", stellt er in den "SN" unmissverständlich klar.

Angst vor Stau in Hallein

Auch Tankstellenbetreiber Josef Hettegger schlägt Alarm. Er befürchtet längere Lkw-Routen und echtes Chaos in Hallein. Die drei Kreisverkehre nach der dortigen Autobahnabfahrt könnten den umgeleiteten Verkehr kaum fassen, so Hettegger in den "SN".

Auch Urlauber könnten die neue Verkehrsführung leicht übersehen. Ähnlich besorgt ist Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger: Er warnt vor einem Verkehrschaos und erwartet im Notfall eine rasche Reaktion der Asfinag.

Asfinag will den Verkehr überwachen

Die Asfinag verspricht indes, die Lage genau im Blick zu behalten. Abteilungsleiter Michael Schneider betont in den "SN", man werde den Verkehr am Samstag intensiv überwachen. Wenn nötig, könne man reagieren und die Sperren in Kuchl und Golling sofort aufheben. Zur Unterstützung wird die Abfahrt Hallein laut Verkehrslandesrat Stefan Schnöll zusätzlich von Polizei und Wachdienst kontrolliert. Während in Golling Skepsis dominiert, sieht man dem Pilotversuch in Kuchl gelassener entgegen. Vizebürgermeisterin Carmen Kiefer merkt an, dass auch bisherige Maßnahmen den Verkehr nicht in den Griff bekommen hätten.