Autofahrer
HIER explodiert der Sprit-Preis
An den Tankstellen in Deutschland bildeten sich am Samstagvormittag zum Teil lange Schlangen. Da die Spritpreise seit April nur noch einmal am Tag – pünktlich um 12 Uhr – erhöht werden dürfen, nutzten viele Autofahrer die Stunden vor dem Mittag. Punkt 12 Uhr schoss der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Diesel um ca. 20 Cent auf schwindelerregende 2,56 Euro. Sprünge in dieser Größenordnung kommen zwar immer wieder vor, jedoch fiel der Preis anders als sonst auch um 13 Uhr nicht zügig ab, sondern verharrte auf dem hohen Niveau. An der teuersten Diesel-Tankstelle Berlins, der Aral an der A115, wurden laut clever-tanken.de sogar 2,789 Euro fällig.
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Blockade der Meerenge Bab al-Mandab
Hintergrund für die Sorgen vor Kostensteigerungen beim Rohöl ist die Lage am Roten Meer. Die Huthi-Terrormiliz droht mit einer dauerhaften Blockade der schmalen Meerenge Bab al-Mandab zwischen dem Jemen und dem afrikanischen Kontinent. Die Vereinten Nationen schätzten, dass 2023 knapp 9 Prozent des weltweiten Seehandelsvolumens diese Passage nutzten. Nach der Eroberung strategischer Positionen droht dem Schiffsverkehr nun ein XXL-Umweg über das Kap der Guten Hoffnung um ganz Afrika, was eine Explosion der Transportkosten nach sich ziehen könnte.
Mineralölkonzerne preisen Risiken ein
Obwohl am Samstag gar kein Handel mit Brent-Barrel an den Börsen stattfand, preisten die Mineralölkonzerne die möglichen Kostensteigerungen bereits sofort ein. Bereits am Freitag zeichnete sich eine deutliche Verteuerung ab: Laut benzin.jetzt erreichte Diesel ein neues Monatshoch mit mehr als 2,38 Euro im Tagesdurchschnitt. Das Allzeithoch beim Diesel liegt laut ADAC bei 2,446 Euro und stammt vom 7. April. Das Agrar-Fachmagazin agrarheute rechnet wegen der Seeblockaden und der dadurch steigenden Nachfrage nach Biodiesel sogar mit einem Preisanstieg auf bis zu 3 Euro pro Liter.
Der beste Zeitpunkt zum Tanken
Ob man angesichts der Preiswelle jetzt direkt tanken sollte, lässt sich pauschal nicht beantworten. Wer jedoch angewiesen ist zu tanken, sollte dies am besten zwischen 11 und 12 Uhr erledigen. Durch die gesetzliche Vorgabe, dass Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12 Uhr erfolgen dürfen, liegt der Literpreis vor der Mittagszeit regelmäßig auf dem Tagestiefststand.