Nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen erhielt der Afrikanische Nationalkongress (ANC), an dessen Spitze der ehemalige Präsident Mandela das Land 1994 in die Demokratie führte, lediglich 30,95 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission mitteilte. Die von Weißen angeführte liberale Partei Democratic Alliance (DA) kam auf 24,56 Prozent.
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Der ANC, der seit mehr als 30 Jahren als größte Partei die Politik in Südafrika dominiert, hat laut der Wahlkommission zudem die Mehrheit in sechs der acht Metropolregionen verloren. In der Hauptstadt Pretoria und der Wirtschaftsmetropole Johannesburg liegt die DA deutlich vorn und wird voraussichtlich eine Koalition unter Ausschluss des ANC eingehen. In der Touristenmetropole Kapstadt gewann die DA die absolute Mehrheit, während in der Hafenstadt Durban die Partei uMkhonto weSizwe (MK) des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma die Mehrheit der Stimmen erhielt.
Südafrikaner machen ihren Unmut deutlich
Die Wähler straften den ANC politischen Beobachtern zufolge für die hohe Arbeitslosigkeit, Kriminalität, tiefgreifende Korruption sowie den dysfunktionalen Dienstleistungssektor ab. Bei Kommunalwahlen 2021 hatte der ANC noch knapp 46 Prozent erhalten.
Die herbe Niederlage des ANC kommt nicht komplett überraschend. Bei Parlamentswahlen im Juni 2024 verlor der ANC erstmals die absolute Mehrheit. Statt einer klassischen Koalition bildete der ANC damals eine parteiübergreifende Regierung mit allen im Parlament vertretenen Parteien, die das 65-Millionen-Einwohner-Land seitdem regiert.