Drei Tage waren in dieser Woche die Temperaturen über die 40-Grad-Marke gestiegen und die Landwirte leiden massiv unter den Folgen der Hitzewellen. Donnerstagnachmittag war im Lagezentrum des Innenministeriums eine Sitzung der Hitze-Taskforce angesetzt.
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Ministerium reagiert auf detaillierte oe24-Anfrage stundenlang nicht
Nicht dabei: Der für Klima und Landwirtschaft zuständige Minister Norbert Totschnig von der ÖVP. Totschnigs letzter Auftritt war vergangene Woche, Thema war der Wassermangel - konkrete Gegenmaßnahmen und Pläne wurden allerdings nicht präsentiert. Zu Beginn der Woche hatte der Tiroler noch ein Dürre-Maßnahmenpaket in Aussicht gestellt. Das war es auch schon.
Die ZiB2 hat Totschnig genauso vergeblich für ein Interview angefragt wie oe24. Donnerstagmorgen bekamen Totschnigs Sprecherinnen deshalb von oe24 eine detaillierte Anfrage über den derzeitigen Aufenthalt des Ministers - und seinen Plänen zur Bekämpfung der Krise. Auch darauf gab es vorerst keinerlei Antwort. Lediglich die APA ließ man wissen, dass Totschnig "in enger Abstimmung mit den Bundesländern und der Landwirtschaftskammer ist, um mögliche wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen." Was immer das heißen soll.
Minister hatte Urlaub in Osttirol angekündigt
Erst nach rund sechs Stunden ein Anruf: Der Minister "arbeitet" in Tirol, so ein Sprecher. Er sei "gemeinsam mit den Experten des Ministeriums ständig in Abstimmung mit den Bundesländern und der Landwirtschaftskammer, um mögliche wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen". Im Juli hatte Totschnig jedenfalls angekündigt, seinen Jahresurlaub im heimatlichen Osttirol verbringen und das Buch von Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel lesen zu wollen.
Bei den Bauern brennt der Hut
Wie auch immer: Bei Totschnigs politischer Klientel brennt der Hut: Rinderbauern sind aufgrund des mit der Trockenheit verbundenen Futtermangels gezwungen, Kühe zu schlachten. "In den vergangenen Wochen kamen rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich", so die ARGE Rind. Aufgrund der hohen Vermarktungsmengen sei es zu einem Preisrückgang von bis zu 25 % am Schlachtkuhmarkt gekommen.
SPÖ fordert rasches Klima-Gesetz
Ser Koalitionspartner SPÖ wird jedenfalls langsam ungeduldig, kann doch Tischnig seit nunmehr eineinhalb Jahren kein mehrheitsfähiges Klimagesetz vorlegen. SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr: "Österreich stöhnt unter einer extremen Hitzewelle. Gerade für Kinder und ältere Menschen ist das ein ernstes Gesundheitsproblem. Das zeigt wieder einmal, wie wichtig Klimaschutz und Hitzeschutz sind. Umweltminister Totschnig ist gefordert, endlich ein wirksames Klimagesetz vorzulegen, das diesen Namen auch verdient." Im Ministerium kündigt man eine rasche Einigung an – nannte aber keinen genauen Termin.