Das Licht- und Soundfestival Klanglicht in Graz kehrt 2026 zu einer zauberhaften Destination zurück - und geht auch nach Wien. Im Schloss Eggenberg und in dessen weitläufigem Park, wo es bereits im Coronajahr 2021 Gast war, laufen 14 Programmpunkte. Erstmals gibt es Klanglicht auch im Wiener Schwarzenberg Garten beim Belvedere. Wegen der angespannten Finanzlage müsse man heuer erstmals für die ganze Veranstaltung Eintritt verlangen, hieß es am Dienstag vom Veranstalter.
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Der Veranstalter von Klanglicht, Bühnen-Graz-Geschäftsführer Bernhard Rinner, sprach bei der Programmpräsentation im Pavillon von Schloss Eggenberg von einer Transformation des Festivals, das vom 23. Oktober bis 7. November von 18 bis 22 Uhr dauern soll. So habe man geringere Finanzmittel, da der Eigenanteil der Bühnen Graz am Festival halbiert werden musste, und man versuche, sie nun durch die Ticketeinnahmen zu kompensieren. Allerdings sei man 2021 schon einmal in Eggenberg mit der Coronaversion sehr erfolgreich gewesen.
Hinzu komme die "kosmische, architektonische und kalendarische Gestaltung des Hauses Eggenberg". Das sei ein aufgelegter Elfmeter, mit Zeit, Kosmos, Geschichte, Gegenwart und Zukunft ein Festival zu machen. Er wolle noch eine historische Parallele schildern, so Rinner. Am 15. Oktober 1673 wurde anlässlich der Vermählung von Kaiser Leopold I. und Claudia Felizitas von Tirol die Grazer Bevölkerung aufgefordert, Lichter in die Fenster zu stellen. "Die Stadt wurde illuminiert. Das erste Klanglicht", schlug Rinner einen Lichtbogen von Vergangenheit zur Gegenwart.
"Sehr, sehr poetisch das Licht eingefangen"
Kuratorin Birgit Lill-Schnabl beschrieb die 14 künstlerischen Arbeiten als Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft der Zeitmaschine Schloss. Einige davon werden in den Innenräumen zu sehen sein, etwa "Jahres Licht Weiss" von Inge Dick im Planetensaal. "Sie hat fotografisch sehr, sehr poetisch das Licht eingefangen, über Jahre hinweg, mit Stills etwa den Tagesverlauf eines Wintertags. In einem Raum voller Allegorien ist das so reizvoll", so Lill-Schnabl. "Whispering Mountains" des australischen Studios Enes wird im Innenhof des Schlosses gezeigt. "Da war ich schockverliebt, als ich es das erste Mal sah. Die Installationen wirken, als umarmten sie die Zuschauer - eine würdige Nachfolge für das zauberhafte Pferdeballett aus dem Jahr 2021", so Lill-Schnabl.
"Continuum" von Robin Beekman ist in der Schlosskapelle zu sehen, von dort geht es in die Sakristei zu Helga Griffiths "Migratory Senses", eine Arbeit mit Düften, dem Duft der Heimat, der Landschaft der Kindheit und der Kraft der Erinnerung, die diese Düfte auslösen können. Im Planetengarten zeigt Miriam Hamann "Planet 9", der den Wandel von Wissen und Erkenntnis durch Forschung und die Wahrscheinlichkeit thematisiert. "Abiosis" von Heleen Blanken ist im Lapidarium des Schlosses inszeniert. Joschua Hohenbrink setzt den Pavillon mit "Floral Forest" mit Rokokoelementen und solchen aus der Natur zu einem Wald an der Decke zusammen. Eine "Heimarbeit" ist "Prism", laut Lill-Schnabl ein Werk von Studierenden des Instituts für Design und Kommunikation der Grazer FH Joanneum.
"Verzaubert die Stadt für einige Tage"
Für Universalmuseum Joanneum-Geschäftsführer Marko Mele als Hausherr in Eggenberg ist es "eine große Freude, Klanglicht wieder hier an diesem besonderen, kosmischen Ort und dem besonderen Park" zu haben. ÖVP-Stadtrat Kurt Hohensinner in Vertretung von Kulturstadträtin Claudia Unger sagte, Klanglicht sei mehr als ein Kulturevent: "Es verzaubert die Stadt für einige Tage. Und nun expandiert es nach Wien." Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) spielte auf die finanzielle Situation an und zitierte Winston Churchill: "Never waste a good crisis." Klanglicht verstehe es auch, aus der Not eine Tugend zu machen.
Georg Hoanzl, Klanglicht-Veranstalter in Wien, dessen Version ebenfalls am 23. Oktober startet (aber bis 10. Jänner 2027 dauert), stattete ein "Danke an Bernhard Rinner ab, die Idee zum Festival je gehabt zu haben". Rinner und Lill-Schnabl hätten jahrelange, unschätzbare Erfahrungen. In Wien nutze man den Privatgarten der Schwarzenbergs beim Belvedere. Noch einen Christkindlmarkt als Nutzung im Herbst und Winter wollte man nicht, aber "Rituale mit Wärme und Licht, haben mich immer sinnlich berührt", räumte Hoanzl ein.
Das Budget 2025 belief sich auf rund 700.000 Euro, auch heuer wird es sich wieder um diese Summe handeln, wenngleich der Eigenanteil der Bühnen Graz von 300.000 auf 150.000 halbiert werden musste. Mit den Ticketeinnahmen versuche man dies zu kompensieren. Karten kosten 19 Euro im Vorverkauf und 24 Euro an der Abendkasse, inkludiert ist eine freie Fahrt mit den Graz Linien. Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt.