Falscher Arzt

Hochstapler prellte Hotel um 50.000 Euro

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Der Amerikaner narrte die Wiener Gesellschaft monatelang.
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Dreiste Betrugsshow in Wien: Ein US-Amerikaner aß sich quer durch Luxus-Buffets, prellte Hotels und zahlte seinen Angestellten keinen Cent aus. Ein falscher Arzt beschäftigte heute das Landesgericht für Strafsachen Wien.

Der 44-jährige US-Staatsbürger führte laut Bericht der APA ein kurzes Leben ins Saus und Braus an der Donau. Er gab fälschlicherweise vor, an der US-Eliteuniversität Harvard und auch noch an einer Uni in Russland studiert zu haben. Angeblich war er ein erfolgreicher Neurochirurg,  wenigstens gab er an, noch nie praktiziert zu haben.

Landesgericht für Strafsachen Wien. © Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

Falsche Homepage, falsche E-Mail-Adressen

Der Mann quartierte sich dann im Hochstapler-Krimi in einem teuren Hotel ein. Für insgesamt 55.000 Euro Miete mit Coworking-Plätzen und bezahlte bloß 900 Euro davon. Doch nicht genug, er inszenierte dort auch noch ein großes Kino. Prahlerisch heuerte der Hochstapler sogar zwei Ukrainerinnen als Angestellte an. Die beiden Frauen bekamen nie einen Cent zu Gesicht.

Möglich war das laut Medienberichten, weil der angebliche Tausendsassa eine falsche Homepage geführt hatte, gespickt mit gefälschten Fotos. In umfangreichen Mails - er nutzte sieben verschiedene E-Mail-Adressen - erklärte er den Frauen und dem Hotel immer wieder, warum es zu keinen Zahlungen gekommen war. Einmal waren es Überweisungsschwierigkeiten, dann soll die Kreditkarte gestreikt haben.

Verurteilter durfte schon wieder aus dem Gefängnis raus

Als das Hotel schließlich genug hatte , im Dezember 2025 waren immer noch keine Zahlungen eingelangt, war der Mann spurlos verschwunden. Anfang Juli 2026 wurde der Hochstapler in Tschechien festgenommen und schließlich am 1. Oktober 2026 am Landesgericht für Strafsachen in Wien von einem Schöffengericht schuldig gesprochen: Er wurde wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges zu 14 Monaten - drei davon muss er absitzen - verurteilt. Da der Mann seit vier Monaten in Untersuchungshaft sitzt, konnte er noch am Donnerstag das Gefängnis verlassen. Die beiden Ukrainerinnen bekamen immerhin 4.000 und 2.400 Euro Schadensersatz zugesprochen.

Rätsel bleiben bestehen

Vor Gericht konnte aber nicht alles aufgelöst werden. Der Mann war in New York geboren worden und verbrachte offenbar mehrere Jahre in Hong Kong, Singapur und Russland. In Russland lernte er auch seine Frau kennene, gemeinsam zogen die beiden in die Ukraine. Nach Kriegsbeginn suchte man zuerst in Italien, dann in Österreich um Asyl an. In Wien lebten auch Frau und Tochter.

Rätselhaft bleibt nach wie vor die Ausbildung des Mannes. Er gab vor Gericht an, er habe jahrelang für ein KI-Unternehmen in Nevada, USA, gearbeitet. In Österreich habe er nur einen Co-Working Space gemietet, aber nie dort gelebt.