Gegen GAK

Horror-Verletzung & Pyro-Chaos: Sturm siegt 6:1 im Skandal-Derby

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Ein 6:1-Kantersieg, eine Horror-Verletzung und wüste Szenen auf den Rängen: Das 204. Grazer Derby wurde zum Skandal-Spiel. Während Sturm Graz den GAK auf dem Platz regelrecht zerlegte, schockierte die schwere Verletzung von Goalie Daniil Khudyakov die Fans. Böller und Pyrotechnik sorgten später für den nächsten Eklat und eine Spielunterbrechung – ein Derby, bei dem der Fußball zur Nebensache wurde.
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Der Nachmittag in Liebenau begann nach Wunsch für die "Rotjacken": Cvetko (10.) brachte den GAK in Führung, die Stimmung kochte. Doch nach rund 20 Minuten wich der Derby-Euphorie plötzlich blankes Entsetzen. Bei einem Zusammenprall mit GAK-Angreifer Jacob Italiano verletzte sich Sturm-Keeper Khudyakov schwer am Bein. Der 22-Jährige blieb am Boden liegen, sofort eilten Betreuer und Notärzte herbei. Die Spieler bildeten einen Sichtschutz, während der Russe minutenlang behandelt wurde. Nach rund sieben Minuten wurde er unter dem Applaus beider Fanlager mit der Rettung abtransportiert.

Besonders bitter: Es war kein böses Foul. Italiano war dem Ball nachgegangen und selbst völlig geschockt. Der Australier saß mitgenommen am Boden – ein tragischer Moment, der den Fußball für Minuten zur Nebensache machte.

Schockmoment im Grazer Derby: Sturm-Goalie Daniil Khudyakov musste nach seiner schweren Verletzung auf einer Trage vom Feld gebracht werden. © GEPA

Sturm schlägt zurück – drei Tore in drei Minuten

Nach der langen Unterbrechung musste sich das Derby erst wieder finden. Doch dann zündeten die "Schwoazn" den Turbo. Weinhandl erzielte den Ausgleich (37.), Heil (39.) drehte die Partie, und Diakité (41.)  setzte noch einen drauf. Drei Tore binnen drei Minuten – plötzlich führte Sturm mit 3:1! Der GAK war völlig von der Rolle, während die Grazer immer mehr Fahrt aufnahmen.

Doch damit war der Torhunger noch lange nicht gestillt. Kurz vor der Pause jubelte Sturm über einen vermeintlichen weiteren Treffer von Diakité, der allerdings wegen Abseits aberkannt wurde (45.). Nach dem Seitenwechsel machte es die Leihgabe aus der Ligue 1 aber wieder gut: Erst traf der Stürmer zum 4:1 (49.), wenig später schnürte er seinen Dreierpack und stellte auf 5:1 (51.). Doch dass war der Elf von Fabio Ingolitsch noch nicht genug und so machte der Vizemeister das halbe Dutzend voll: Die Ecke von Seidl kommt punktgenau, Stankovic steigt am höchsten und setzt den Kopfball in die Maschen - 6:1 (76.).

Sturms Spieler lassen ihren Emotionen freien Lauf: Nach der spektakulären Wende jubeln die Schwarz-Weißen über den klaren 6:1-Derbysieg gegen den GAK.

Böller fliegen aufs Feld – nächste Unterbrechung

Doch während Sturm auf dem Rasen ein Feuerwerk abbrannte, sorgten Teile des GAK-Anhangs für einen unrühmlichen Höhepunkt. Böller und pyrotechnische Gegenstände flogen auf das Spielfeld, dichter Rauch zog durch das Stadion. Die Partie musste erneut unterbrochen werden, sogar Ersatzgoalie Helac verließ zwischenzeitlich seinen Strafraum.

Sky-Experte Andreas Herzog fand deutliche Worte: "So blöd muss man sein. Das sind keine Fußballfans." Die Pyro-Eskalation war der nächste Tiefpunkt eines Derbys, das bereits von der schweren Verletzung Khudyakovs überschattet worden war.

Nebel und angespannte Stimmung: Die Pyrotechnik rund um das Grazer Derby sorgte für einen Großeinsatz der Polizei. © GEPA

Schon vor dem Anpfiff lag Ärger in der Luft

Die Sicherheitskräfte waren schon vor dem Anpfiff gefordert. In der Grazer Innenstadt waren Böller zu hören, rund um das Stadion kam es zu brenzligen Szenen. Berichten zufolge wurden bei Auseinandersetzungen auch Polizisten verletzt. Die Exekutive war mit einem Großaufgebot im Einsatz, nachdem im Vorfeld vor möglichen gewaltbereiten Fangruppen gewarnt worden war. Zusätzlichen Zündstoff lieferte die Sponsoring-Debatte: Nachdem die Stadt beziehungsweise die Holding Graz das Sponsoring für die Profibereiche beendet hatte.

Am Ende jubelte Sturm über einen klaren 6:1-Erfolg, eine spektakuläre Wende und den höchsten Derby-Sieg der Neuzeit. Doch die Bilder des Tages waren nicht nur jene von Toren und Jubel: Khudyakovs schwere Verletzung, ein am Boden zerstörter Italiano und die gefährliche Pyrotechnik machten das Grazer Derby zu einem Wechselbad der Gefühle. Ein Fußballfest mit bitterem Beigeschmack.