Rekordtemperaturen
Hütte auf 3.600 Metern muss wegen Hitze zusperren
Die auf 3.609 Metern gelegene Rifugio Marco e Rosa am Pizzo Bernina in Italien ist derzeit nicht mehr sicher erreichbar. Der italienische Alpenverein CAI hat die höchstgelegene Hütte der Lombardei deshalb vorerst geschlossen.
Grund sind instabile Schnee- und Eispassagen. "Der Berg verliert Teile von sich", sagt Hüttenleiter und Bergführer Giancarlo Lenatti gegenüber der "Corriere della Sera". In seinen 30 Jahren am Berg habe er eine solche Situation noch nie erlebt. Besonders zwischen 2.800 und 3.000 Metern wird der Aufstieg gefährlich: Der Schnee hält nicht mehr, Eis wird brüchig und vertraute Passagen sind plötzlich riskant.
Rekordtemperaturen
Besonders alarmierend ist die extrem hohe Nullgradgrenze. Sie liegt derzeit teilweise über 4.000 Metern, stellenweise sogar nahe 5.000 Metern. Schmelzendes Eis verliert dabei seine stabilisierende Wirkung im Fels – die Gefahr von Steinschlag und Felsstürzen steigt.
Auch der Schweizer Alpen-Club warnt vor den Folgen. Manche Hochtouren seien in diesem Sommer bereits nicht mehr möglich. Bergsteiger sollten deshalb aktuelle Verhältnisse prüfen, Routen anpassen und Warnungen unbedingt ernst nehmen.