EUROPA-HOTSPOTS
Im Sommer völlig überlaufen – im Oktober hat man diese Hotspots für sich allein
Wer schon einmal im Juli oder August durch Oia auf Santorini geschoben wurde oder versucht hat, in den Cinque Terre einen halbwegs menschenleeren Fotospot zu finden, kennt das Problem: Europas schönste Urlaubsorte sind im Sommer häufig auch die vollsten.
Doch Anfang Oktober beginnt sich das Blatt zu wenden. Die Sommerferien sind vorbei, Kreuzfahrtschiffe und Reisegruppen werden vielerorts weniger und gleichzeitig ist das Wetter in Südeuropa oft noch erstaunlich mild. Jetzt lohnt sich daher ein zweiter Blick auf jene Orte, die viele im Hochsommer bewusst meiden.
Santorini: Endlich Platz in Oias Gassen
Santorini gehört zu den Orten, bei denen der Unterschied zwischen Haupt- und Nebensaison besonders auffällt. Im Sommer drängen sich Urlauber durch die schmalen Gassen von Oia und rund um die berühmten Sunset-Spots. Im September und Oktober nimmt der Andrang deutlich ab – gleichzeitig ist das Meer noch warm und die Preise sinken.
Das macht den Oktober vor allem für all jene spannend, die Santorini nicht ausschließlich als Badeurlaub sehen. Durch Fira schlendern, die Wanderung entlang der Caldera machen oder beim Sonnenuntergang tatsächlich einen Platz mit Aussicht bekommen: Vieles fühlt sich jetzt entspannter an als mitten im August.
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Cinque Terre: Die berühmten Dörfer können tatsächlich ruhig sein
Vernazza, Manarola und Riomaggiore gehören im Sommer zu den größten Instagram-Magneten Italiens. Entsprechend voll können Züge, Wanderwege und kleine Gassen werden.
Der Tourismusverband der Cinque Terre beschreibt den Herbst dagegen ausdrücklich als jene Jahreszeit, in der die Dörfer nach den Sommermassen wieder ruhiger werden. Dazu kommen mildere Temperaturen, die Wanderungen zwischen den Orten wesentlich angenehmer machen können.
Mallorca: Die Insel gehört wieder ein bisschen den Einheimischen
Mallorca im Hochsommer und Mallorca im Herbst fühlen sich beinahe wie zwei verschiedene Inseln an. Sobald die Ferienzeit vorbei ist, werden Strände, Promenaden und Häfen spürbar ruhiger.
Dabei ist die Saison noch längst nicht vorbei. Im Herbst bleiben viele Restaurants und Terrassen geöffnet, das Meer ist vom Sommer noch aufgewärmt und die Temperaturen eignen sich wieder besser für Wanderungen und Radtouren.
Vor allem wer Palma, Sóller oder die Serra de Tramuntana entdecken möchte und nicht zwingend jeden Tag 30 Grad braucht, findet jetzt eine entspanntere Version der Insel.
Algarve: Traumstrände ohne Handtuch an Handtuch
Im Juli und August zählen Lagos, Albufeira und die Strände rund um die berühmten Felsformationen zu den Hotspots Portugals. Im Oktober geht es an der Algarve deutlich gemütlicher zu.
Die Hauptsaison endet, Hotels sind günstiger und an vielen Stränden ist plötzlich wieder reichlich Platz. Gleichzeitig liegen die durchschnittlichen Tageshöchstwerte Anfang Oktober häufig noch im mittleren 20-Grad-Bereich. Selbst Bootsausflüge und viele Restaurants laufen weiterhin.
Für einen klassischen Hochsommer-Badeurlaub gibt es natürlich keine Wettergarantie – für Sightseeing, Küstenwanderungen und einen letzten Hauch Sommer ist der Oktober aber ideal.
Apulien: Italiens Sommer-Hotspot schaltet einen Gang zurück
Weiße Dörfer, türkisfarbenes Wasser und Orte wie Polignano a Mare haben Apulien in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Sommerziele Italiens gemacht.
Im Herbst verändert sich die Stimmung komplett. Italiens offizielle Tourismusseite beschreibt die Strände dann als wesentlich intimer und hebt das weiterhin milde Klima hervor. Auch Städte wie Lecce lassen sich ohne die Hitze und den Hochsommer-Andrang wesentlich entspannter erkunden.
Der Oktober hat allerdings einen Haken
Ganz ohne Kompromiss gibt es die Ruhe nicht. Das Wetter ist weniger berechenbar, die Tage werden kürzer und gerade auf Inseln schließen manche saisonalen Hotels, Beachclubs oder Restaurants im Laufe des Monats.
Wer damit leben kann, bekommt dafür etwas, das an vielen dieser Orte im Hochsommer fast unbezahlbar wirkt: Platz. Denn manchmal ist der beste Zeitpunkt für einen Europa-Trip eben genau dann, wenn alle anderen schon wieder zu Hause sind.