Gegner verletzte ihn

Im Wachkoma: Boxer stirbt 11 Jahre nach Horror-Kampf

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Prichard Colón gehörte mit 23 Jahren zu den größten Box-Talenten der Welt. Am 17. Oktober 2015 veränderte sich sein Leben komplett. Er wurde im Ring schwer verletzt, fiel in Koma und lebte danach 11 Jahre lang im Wachkoma. Nun ist Colón verstorben.
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Am Donnerstag teilte sein Vater Richard auf Facebook mit, dass sein Sohn Prichard Colón im Alter von 33 Jahren gestorben sei: "Ich muss euch leider mitteilen, dass mein Sohn Prichard diese irdische Welt verlassen hat. Jetzt ist er in einer besseren Welt. Vielen Dank für so viele Jahre voller Liebe und Gebete."

Elf Jahre lang hatte die Familie den jungen Mann gepflegt und um sein Leben gekämpft. Nach dem schicksalshaften Match war Prichard Colón bettgebunden und musste von seinen Eltern gewaschen, gefüttert und gepflegt werden.

Mit damals 23 Jahren gehörte Colón zu den größten Box-Talenten. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 16 Siege eingefahren, davon waren 13 durch Knock-out. Am 17. Oktober 2015 trat der Puerto-Ricaner in Fairfax gegen Terrel Williams (damals 31 Jahre alt) an. In diesem Kampf griff Williams immer wieder Colóns Hinterkopf an. Diese Schläge werden Rabbit Punches genannt und sind im Boxen verboten. Der Schiedsrichter hatte Williams nur Punkte abgezogen und den Kampf weiterlaufen lassen.

Ärzte stellten Hirnblutung fest

Der Kampf endete in der neunten Runde. Colón ging zweimal zu Boden. Er wurde schließlich disqualifiziert. Der 23-Jährige klagte nach dem Match über Schwindel, erbrach sich in der Kabine und brach zusammen. Im Krankenhaus stellten die Ärzte eine Hirnblutung fest. Der Mann musste notoperiert werden. Der Druck auf sein Gehirn musste reduziert werden. Er fiel ins Koma.

Seine Eltern pflegten ihn jeden Tag und gaben nie auf. © The Washington Post via Getty Im

Nach 221 Tagen wachte Colón auf. Er befand sich in einem vegetativen Zustand. Der ehemalige Boxer konnte nur die Augen öffnen, aber nicht sprechen und selbstständig bewegen. er benötigte 24 Stunden am Tag Pflege. 2017 hoffte sein Vater noch: "Ich glaube an Wunder."

Kein Wunder für Colón

Jedoch gab es kein Wunder. Colón konnte nur durch Gesichtsausdrücke, Laute und einen Augen-Computer kommunizieren. Er wechselte immer wieder vom Wachkoma in einen minimalen Bewusstseinszustand. Dabei war er noch immer schwerst beeinträchtigt und benötigte Hilfe. In Videos ist zu sehen, wie er versuchte, mit seiner Mutter zu kommunizieren. Es waren kleine Schritte in die richtige Richtung.

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Vor seinem katastrophalen Kampf war Colón ein erfolgreicher, junger Boxer. Er holte sich in Puerto Rico fünf nationale Amateurmeistertitel. 2013 begann seine Profikarriere. In zwei Jahren konnte er 16 Kämpfe für sich entscheiden. Sein Gegner Terrel Williams wurde für seine Taten nur zur Verantwortung gezogen. Er erhielt keine Sperre, keine Strafe. 2019 sagte Williams gegenüber der "Washington Post", dass er über den Kampf jeden Tag denke. Er hatte keine böswillige Absichten gehabt. Jedoch hat sich Williams nie dafür entschuldigt.