Streit um Sorgerecht

Mutmaßlicher Mörder von Stade pädokriminell?

Ein eskalierter Sorgerechtsstreit in einer Mutter-Kind-Einrichtung endete in einem Blutbad mit sechs Toten. Exklusive Recherchen der Bild-Zeitung zeigen nun die düstere Vergangenheit des mutmaßlichen Killers.
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Nach dem schrecklichen Amoklauf in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade (Deutschland), bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren, bringen Recherchen der "Bild"-Zeitung nun erschütternde Details ans Licht. Im Zentrum des eskalierten Konflikts stand die kleine, erst drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Täters. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährige sechsfachen Mord vor. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Auszüge aus dem Justizsystem

Wie die deutsche "BILD" exklusiv berichtet, liegen Dokumente aus dem türkischen Justizsystem UYAP vor, die mehrere Strafverfahren gegen den Familienvater belegen. Den Unterlagen zufolge besteht gegen den Mann der Verdacht eines schweren Sexualdelikts in der türkischen Stadt Kahramanmaraş, das auf den 15. Mai 2007 datiert ist. Zudem wird ihm der sexuelle Missbrauch seiner eigenen Tochter am 9. Juni 2022 in der Stadt Gaziantep vorgeworfen. Das entsprechende Verfahren wird beim 2. Strafgericht in Kahramanmaraş geführt. Zudem geht aus den Informationen hervor, dass es sich bei dem Mann um einen Ausbrecher aus der Untersuchungshaft handelt.

Behörden hatten gute Gründe

Die Recherchen rücken die bisher bekannten Behauptungen aus dem Umfeld der Familie in ein völlig anderes Licht. Zuvor hatte die Patentante, des drei Monate alten Babys in der Öffentlichkeit den Vorwurf erhoben, die Familie sei durch die Inobhutnahme des Kindes Opfer der Behörden geworden. Die nun offengelegten türkischen Justizunterlagen demonstrieren jedoch, dass offenbar triftige Gründe vorlagen, um das Kleinkind vor dem mutmaßlich pädokriminellen Vater in Sicherheit zu bringen.