Österreichs Arbeitsmarkt erlebt einen historischen Lehrlings-Kollaps, bei dem die Gesamtzahl der betrieblichen Auszubildenden erstmals nur mehr knapp über 100.000 liegt.
Schlechte Nachricht für Steuerzahler
Betroffen sind alle Sparten, besonders stark war der Rückgang in der Industrie. Nur in der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Doch das ist eine schlechte Nachricht für die Steuerzahler! Denn die ÜBA wird vom AMS angeboten und ist drei mal so teuer wie die Lehre im Betrieb, rechnet die Wirtschaftskammer vor.
Auch interessant
Bei jenen, die heuer eine Lehre begonnen haben, ist der Trend zur ÜBA sogar noch deutlicher: während die Zahl der Lehranfängerinnen und -anfänger in den Betrieben um 4,8 Prozent auf 28.100 sank, stieg sie bei der ÜBA um 7,4 Prozent auf rund 3.100.
Krasses Ost- Westgefälle im Land
Während in Wien ein massiver Mangel an Lehrstellen herrscht, suchen Betriebe im Westen des Landes händeringend nach Bewerbern. In Wien sind laut WKÖ 5.163 mehr Lehrstellensuchende als offene Stellen registriert. In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Kärnten gibt es hingegen 3.800 mehr Lehrstellen als Bewerberinnen und Bewerber.