Verrückter Trend
In diesem Land kommt das bestellte Essen nie an
Viele bestellen gerne beim Essenslieferdienst ihrer Wahl etwa eine Pizza und warten, bis der Lieferant an der Tür klingelt. In Südkorea verändert ein Internetphänomen die gesamte Erfahrung. Nutzer können über die Plattform "FoodNeverComes" (Das Essen kommt nicht) eine komplette Essensbestellung durchführen. Am Ende erhalten sie nichts.
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Mithilfe der Fake-Bestellung soll der Griff zur echten Liefer-App verhindert werden. Die Entwicklerin Park Seo-hyun erklärte gegenüber "MBC News", dass einige Menschen die Plattform nutzen, um Geld zu sparen. Vor allem die hohen Liefergebühren schrecken manche ab. Wie "MBC News" berichtet, nutzen täglich 200 bis 300 Menschen die Seite.
"Dopamine Loop"
Die Idee beruht auf eigener Erfahrung. Park hat während der Entwicklung immer wieder Fake-Bestellungen ausprobiert. Dabei bemerkte sie, dass sie irgendwann kein Essen mehr bestellen wollte und keine Lust mehr hatte, auf eine echte Liefer-App zurückzugreifen. Es bleibt fraglich, ob die Simulation der wirkliche Grund war.
Vor allem unter jungen Menschen der Generation Z werden sogenannte "Dopamine Sites" immer beliebter. Etwa bei "FoodNeverComes" können Nutzer Essen aus 22 Länderküchen bestellen, mit einer Fake-Kreditkarte "bezahlen" und die Fake-Lieferung verfolgen. Die Seite bezeichnet den Effekt als den "Dopamine Loop". Allein das Aussuchen, Entscheiden und die Möglichkeit auf eine Belohnung können schon einen gewissen Reiz ausmachen.
Experte: Essensimpuls kann gebremst werden
Gegenüber der "Bild" erklärt Wirtschaftspsychologe Dr. Georg Felser, dass es möglich sei, den spontanen Essensimpuls damit zu bremsen. Der Wirtschaftspsychologe meint: "Ein sinnvoller Effekt wäre in meinen Augen der, dass zum einen ein Teil des befriedigenden Prozesses von Bestellen und Vorfreude ja tatsächlich erlebt werden kann und zum anderen eine noch längere Verzögerung stattfindet, in der das Verlangen wieder abklingen kann."
Jedoch kann der Trick auch den gegenteiligen Effekt auslösen. Nutzer sehen bei der Auswahl Bilder von ihrem Wunschessen und wählen sogar Größe, Schärfegrad oder Extras aus. Felser betont: "Aber wenn der Hunger halt schon groß ist, kann er mit diesem Verfahren durchaus auch noch größer werden".