Quaggamuschel
Invasive Muschelart bedroht Kärntens Seen
Kärnten. Seit dem Erstfund 2022 im Ossiacher See breitet sich die invasive Quaggamuschel massiv in Kärnten aus. Durch Wasserproben und sogenannte eDNA-Untersuchungen wurde sie in zahlreichen weiteren Gewässern nachgewiesen: Wörthersee, Keutschacher See, Millstätter See, Weißensee, Afritzer See, Längsee, Hörzendorfer See, Rauschelesee sowie 2024 in der Drau (Kraftwerk Edling). Gewässerökologe Martin Konar rechnet mit einer starken Vermehrung der Muschelart, wie die "Kleine Zeitung" berichtet.
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Gefahr für das Ökosystem
- Nahrungsentzug: Die Muschel filtert massenhaft Phytoplankton aus dem Wasser. Das entzieht dem Zooplankton die Basis und gefährdet in Folge Planktonfresser wie die Reinanke (wie bereits am Bodensee).
- Heimische Arten: Heimische Muscheln werden überwuchert und durch das Zusatzgewicht stark eingeschränkt.
- Keine Ansprüche: Im Gegensatz zur Zebramuschel besiedelt sie auch weichen Schlammgrund.
Hoffnung für einige Seen
Immerhin gibt es noch Gewässer wie den Faaker See und den Klopeiner See, in denen bei gezielten Untersuchungen bislang keine Exemplare gefunden wurden. Konar warnt jedoch, dass ein fehlender Nachweis keine Garantie dafür ist, dass die Art dort nicht bereits existiert. Um eine weitere Verbreitung zu stoppen, ist große Vorsicht geboten. Die mikroskopisch kleinen, unter einem Millimeter großen Larven reisen oft unbemerkt in Wassertropfen an SUP-Boards, Booten, Badesachen oder Neoprenanzügen von einem Gewässer zum nächsten.
Geräte zwingend heiß abduschen
Der Gewässerökologe rät daher dringend dazu, sämtliches Equipment und Badesachen nach der Nutzung gründlich mit heißem Wasser zu reinigen und komplett trocknen zu lassen.
Ganz stoppen lässt sich die Ausbreitung damit allerdings nicht, und eine Entfernung aus bereits befallenen Seen gilt als praktisch unmöglich. Der gesamte Grund am See lässt sich nicht absuchen oder reinigen, ohne andere Organismen massiv zu schädigen, zumal junge Muscheln mit freiem Auge kaum sichtbar sind. "In zehn Jahren wird die Quaggamuschel wahrscheinlich vorherrschend sein", sagt Konar gegenüber "Kleine Zeitung".
Wie gravierend die Folgen sein werden, unterscheidet sich je nach Gewässer. Jeder verhinderte Eintrag hilft jedoch, den aktuellen Zustand unbetroffener Seen noch etwas länger zu bewahren.