Nahost
Israel dringt im Libanon ein
Wie staatliche libanesische Medien und der Bürgermeister des Dorfes am Samstag mitteilten, schichteten die Soldaten dort in der Nacht einen Erdwall auf. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, blockiert der Erdwall die Straße am östlichen Ortseingang.
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Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Dies sollte zunächst in zwei "Pilotzonen" erfolgen.
Umsetzung von Abkommen prekär
Das Dorf Zawtar al-Gharbiyah ist eine der beiden "Pilotzonen". Die libanesische Armee hatte am 21. Juli mit der Stationierung von Soldaten in dem Dorf begonnen. Wie der Bürgermeister Abed Ezzeddine sagte, kehrten seitdem etwa 50 Familien in das Dorf zurück.
In der Nacht auf Samstag sei dann "eine Einheit der israelischen Besatzungsarmee" in das Dorf eingerückt und habe "eine neue Erdbarriere in der Nähe des Dorfplatzes" errichtet, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur. Die israelische Armee teilte auf AFP-Anfrage mit, sie habe keine Kenntnis "von einem solchen Vorfall in diesem Gebiet". In libanesischen Armeekreisen wurde der Vorfall dagegen bestätigt und als Verstoß gegen das Rahmenabkommen gewertet. Ob sich am Samstag noch israelische Soldaten in der Gegend aufhielten, war den libanesischen Behörden zufolge unklar.
Die Einrichtung der "Pilotzonen" ist der erste Schritt zur Umsetzung des unter Vermittlung der USA vereinbarten Rahmenabkommens. Die pro-iranische Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben.
Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive.