Wasserknappheit
Italienische Priester beten gegen die Dürre-Katastrophe
Angesichts der anhaltenden Dürre hat das Bistum der norditalienischen Stadt Pavia die Gläubigen zu Gebeten um Regen aufgerufen. Trotz der Gewitter der vergangenen Tage bleibe die Trockenheit besorgniserregend, teilte die Diözese mit. Den Priestern wurde eine Fürbitte vorgeschlagen, die in die Gottesdienste an Sonn- und Werktagen aufgenommen werden kann. Darin wird um "wohltuenden Regen" gebetet, damit auf die Aussaat eine reiche Ernte folge.
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Zugleich erinnerte die Diözese daran, dass bei gemeinschaftlichen Gebeten auch ein von Papst Paul VI. im Jahr 1976 verfasstes Gebet verwendet werden könne. Darin wird Gott gebeten, Regen auf das ausgetrocknete Land herabzusenden, damit die Ernte gedeihe und Menschen wie Tiere versorgt werden.
Auch norditalienische Seen unter Druck
Die Wasserknappheit trifft Italien immer stärker, vor allem im Norden des Landes. Während die Alpen früher mit ihren Schneereserven Flüsse und Seen über Monate speisten, bleiben die Niederschläge heute häufiger aus oder schmelzen wegen steigender Temperaturen innerhalb kurzer Zeit. Experten sehen deshalb einen grundlegenden Wandel und fordern einen raschen Ausbau der Wasserinfrastruktur. Wissenschafter sehen die Entwicklung durch den menschengemachten Klimawandel verschärft.
Nach Angaben des italienischen Verbands der Bewässerungs- und Bodenverbände (Anbi) führt der Fluss Po, der längste Fluss Italiens, derzeit rund 80 Prozent weniger Wasser als im langjährigen Durchschnitt. Auch die großen norditalienischen Seen weisen ungewöhnlich niedrige Pegel auf. Der Lago Maggiore ist nur zu rund 40 Prozent gefüllt, der Comer See zu 41 Prozent und der Iseo-See zu 35 Prozent. In der mittelitalienischen Region Umbrien musste auf dem Trasimeno See der Schiffsverkehr zur Insel Polvese wegen des niedrigen Wasserstands zeitweise eingestellt werden.