Rücktritt gefordert

Italienischer Bürgermeister droht Demonstranten mit Gewalt

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Der Bürgermeister von Triest, Roberto Dipiazza (Forza Italia), hat mit der Drohung, gewalttätigen Demonstranten "in den Kopf zu schießen", heftige Empörung und Rücktrittsforderungen der Opposition ausgelöst.
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Nach Zusammenstößen am Freitagabend, bei denen drei Polizeibeamte verletzt wurden, hat der Bürgermeister von Triest, Roberto Dipiazza, mit drastischen Äußerungen eine politische Kontroverse ausgelöst.

Vertreter der Opposition reagierten scharf auf seine Aussagen und forderten seinen Rücktritt.

"Dann schieße ich ihnen in den Kopf"

"Die Verfassung garantiert das Recht auf Demonstrationen, aber diese müssen friedlich verlaufen. Wenn sie weiterhin Gewalt anwenden, werden wir entsprechend reagieren. Wenn sie in meiner Stadt Papierbomben werfen, dann schieße ich ihnen in den Kopf", sagte der Politiker von Forza Italia in einem Interview mit der Lokalzeitung "Il Piccolo".

Anlass der Demonstration war der Tod zweier junger Menschen

Hintergrund der Auseinandersetzungen war eine Demonstration am Freitag gegen die aus Sicht der Teilnehmer unzureichende Unterbringung und Versorgung von Migranten und Flüchtlingen. Anlass war der Tod zweier junger Menschen - einer 21-jährigen Italienerin und eines 23-jährigen Marokkaners - bei einem Brand in einem verlassenen Gebäude im alten Hafen von Triest. Das Gebäude wurde unter anderem von obdachlosen Migranten als Schlafplatz genutzt.

Die Demonstranten kritisierten die fehlenden Unterbringungsmöglichkeiten für Menschen, die über die Balkanroute nach Triest kommen und mangels Alternativen häufig in verlassenen Gebäuden oder auf der Straße übernachten müssen. An der Demonstration beteiligten sich rund 200 Menschen.

Im weiteren Verlauf versuchte ein Teil der Teilnehmer, das ehemalige Marktgebäude zu besetzen. Die Polizei verhinderte dies. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen, bei denen drei Polizeibeamte verletzt wurden. Einer von ihnen wurde von einer Papierbombe getroffen.

Die sozialdemokratische Abgeordnete Debora Serracchiani forderte Dipiazzas Rücktritt. "In Triest haben wir einen Bürgermeister, der dazu aufruft, jemandem 'in den Kopf zu schießen'. Das allein reicht aus, um seinen Rücktritt zu verlangen", erklärte sie. Die Abgeordnete forderte den Bürgermeister auf, seine Äußerungen öffentlich zurückzunehmen. Auch die ihn unterstützenden Parteien des rechten politischen Lagers müssten sich davon distanzieren.