50.000 Kinder
Jeder 4. Schüler braucht Nachhilfe
Rund 50.000 Schülerinnen und Schüler – mehr als ein Viertel aller Kinder im Bundesland – benötigten im vergangenen Schuljahr Nachhilfe. Die finanzielle Belastung für die Familien ist enorm: Fast 23 Millionen Euro gaben Eltern dafür aus.
Familien unter Druck
Die meisten Kinder lernen zwar zunächst mit den eigenen Eltern, doch mittlerweile greifen sechs von zehn Familien zusätzlich zu bezahlter Nachhilfe. Pro Kind und Schuljahr macht das im Schnitt rund 780 Euro aus – Geld, das viele Familien erst einmal aufbringen müssen. „Bildungserfolg dürfe nicht davon abhängen, wie viel Geld, Zeit oder pädagogisches Wissen Eltern aufbringen können", mahnt AK-Niederösterreich-Präsident Markus Wieser eindringlich.
Besonders alarmierend: Die Belastung bleibt nicht nur beim Geldbeutel. Sechs von zehn Kindern lernen mindestens einmal pro Woche gemeinsam mit den Eltern, ein Viertel sogar fast täglich. Die Folge spüren viele Familien im Alltag – 78 Prozent der Eltern fühlen sich durch das gemeinsame Lernen belastet. Wieser fordert deshalb dringend mehr Personal und Ressourcen an den Schulen sowie einen Ausbau kostenloser Lernförderungen.
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Mathematik als größtes Sorgenkind
Am häufigsten hakt es bei den Zahlen: 69 Prozent der Nachhilfe-Fälle betreffen Mathematik, gefolgt von Deutsch mit 39 Prozent und Fremdsprachen mit 16 Prozent. Ein Detail des AK-Nachhilfemonitorings gibt zusätzlich zu denken: Immer öfter wird Nachhilfe erst dann geholt, wenn bereits eine negative Note oder eine Entscheidungsprüfung droht.
Gleichzeitig ist ein besorgniserregender Trend zu beobachten – der Anteil jener, die Nachhilfe präventiv zum besseren Verständnis des Stoffs nutzen, geht zurück. Nachhilfe wird damit zunehmend zum "Notfallplan", statt frühzeitig gegen Lernschwächen anzukämpfen.