Aussaat gestoppt

Jetzt werden Spinat und Rotkraut knapp

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Die geplante Schließung des Tiefkühlgemüsewerks Ardo in Groß-Enzersdorf hat bereits konkrete Folgen für die heimische Landwirtschaft.
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Weil den Bauern künftig ein wichtiger Abnehmer fehlt, verzichten viele Betriebe auf die Aussaat von Winterspinat. Gleichzeitig wird nach einer Lösung gesucht, um die österreichische Produktion von Tiefkühlgemüse langfristig zu sichern.

Spinat und Rotkraut

Wie das Ö1-Morgenjournal am Dienstag berichtete, bauen zahlreiche Landwirte bestimmte Gemüsesorten, darunter Spinat, bereits nicht mehr an. Sollte keine Ersatzlösung gefunden werden, dürfte ab dem Frühjahr kein neuer österreichischer Tiefkühlspinat und kein heimisches Tiefkühlrotkraut mehr nachkommen. Damit würde ein bedeutender Teil des Angebots im heimischen Handel wegfallen: Spinat und Rotkraut machen zusammen rund ein Viertel des dort angebotenen Tiefkühlgemüses aus.

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Das Werk in Niederösterreich soll Ende August 2027 geschlossen werden. Besonders schwer wiegt, dass der Standort nach Angaben der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) österreichweit die einzige Produktionslinie für Tiefkühlspinat und -rotkraut betreibt. Ohne eine Alternative fehlt den Landwirten damit eine zentrale Verarbeitungsmöglichkeit für ihre Ernte. Heimisches Tiefkühl-Blattgemüse könnte deshalb nur noch bis Oktober 2027 verfügbar sein.

"Alternative schaffen"

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) kündigte an, alle Möglichkeiten für eine Fortführung der Produktion zu prüfen. "Wir werden alles tun, um hier eine Alternative zu schaffen", erklärte er. Auch Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf berichtete von einer Handvoll ernst zu nehmender Investoren und Interessenten. In den kommenden Wochen soll geprüft werden, ob bestehende Unternehmen zusätzliche Mengen verarbeiten oder neue Produktionsanlagen aufgebaut werden könnten.

Als möglicher Standort wurde unter anderem das ehemalige Zuckerfabrik-Areal in Leopoldsdorf ins Spiel gebracht. Auch der Gemüseverarbeiter efko und Schneider's Gemüseland führen Gespräche über Ersatzlösungen. Eine Online-Petition zum Erhalt der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion hatte bereits rund 100.000 Unterstützer.

Die Schließung trifft eine bedeutende regionale Wertschöpfungskette. Ardo verarbeitete 2025 nach eigenen Angaben Gemüse von rund 270 niederösterreichischen Bauern. Insgesamt sind am Standort 190 Beschäftigte direkt betroffen, zusätzlich rund 50 Leiharbeitskräfte.

Hintergrund der Entscheidung ist laut Politik der Plan des Konzerns, seine ausländischen Werke besser auszulasten. Die Anlagen aus Groß-Enzersdorf sollen an andere Standorte innerhalb der Unternehmensgruppe verlagert werden. Damit wächst die Sorge, dass Österreich bei Tiefkühlgemüse stärker auf Importe angewiesen sein könnte. Der heimische Selbstversorgungsgrad bei Gemüse liegt laut Landwirtschaftsminister Totschnig derzeit bei 57 Prozent.

Für die Bauern wird die Zeit knapp: Solange keine verlässlichen Abnehmer und Verarbeitungskapazitäten gefunden sind, bleibt die Aussaat wirtschaftlich riskant.