Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Der langjährige Medien-Manager Gerhard Zeiler hat am Freitag bestätigt, dass er SPÖ-Chef werden will. Zeiler ist überzeugt davon, dass er die SPÖ aus ihrer Krise befreien kann: "Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen", so der 71-Jährige in der Krone. Am Zug sei jetzt die Partei: "Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt bin. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?"
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Alle Länderchefs getroffen
Zeiler hat inzwischen alle Landesparteiobleute getroffen und auch von seinen Ambitionen informiert - das erfuhr oe24 aus der SPÖ. Ziel der Gespräche war es, die Partei davon zu überzeugen, dass ein Wechsel als Chance und nicht als parteiinterner Umsturz wahrzunehmen ist. Zeiler dazu: "Das ist kein Putsch. Den die SPÖ ist eine demokratische Partei, und sie und niemand anderer wird entscheiden, wer an ihrer Spitze steht.“ Auch ein neuerliches Treffen mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist offenbar geplant - Doskozil gilt ja als erklärter Gegner Zeilers.
Es gibt zwei Wege von Zeiler zur Parteispitze: Entweder beschließt der SPÖ-Vorstand einen Sonderparteitag, bei dem der Ex-ORF-Chef antreten kann, notfalls auch gegen Babler. Oder Zeiler muss mehr als 10.000 Unterschriften von SPÖ-Mitgliedern sammeln. Laut einem Vertrauten ist der langjährige Warner-Manager zu beidem bereit - mit dem Hintergedanken, dass die SPÖ-Granden einen monatelangen Machtkampf verhindern wollen.
Druck auf Andreas Babler
Angesichts desaströser Umfragewerte und düsterer Aussichten für kommende Urnengänge – wie der anstehenden Landtagswahl in Oberösterreich, bei der die SPÖ im Worst-Case hinter die Grünen auf Platz vier abrutschen könnte – gilt die Position des Amtsinhabers als stark angeschlagen. Jetzt hat er offiziell einen politisch schwergewichtigen Herausforderer. Bisher war Babler nicht bereit, zu weichen - jetzt droht der SPÖ ein massiver Machtkampf.