Trauer im Königreich Tooro im Westen Ugandas: König Oyo ist tot. Die genaue Todesursache wurde vom Palast zunächst nicht bekannt gegeben. Der Monarch soll jedoch schwer erkrankt gewesen sein und an Krebs gelitten haben.
Oyo war erst drei Jahre alt, als er 1995 seinem Vater König Kaboyo auf den Thron folgte. Damit wurde er zum jüngsten regierenden Monarchen der Welt und schaffte es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde.
Eine Krönung mit ungewöhnlichen Ritualen
Seine Krönung war alles andere als eine gewöhnliche Zeremonie. An den Toren des Palastes mussten Truppen in einer Scheinschlacht die Anhänger eines "rebellischen Prinzen" besiegen.
Anschließend wurden die Götter angerufen. Der Legende zufolge sollte das Kind getötet werden, falls sein Anspruch auf den Thron nicht echt sei. Nachdem Oyo diese Prüfungen überstanden hatte, durfte er die heilige Trommel seiner Vorfahren schlagen – und war damit offiziell König.
Eine Krönung im Kindesalter war historisch allerdings nicht völlig ungewöhnlich. Auch der französische König Ludwig XIV. bestieg bereits im Alter von vier Jahren den Thron.
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Zwischen Königshaus und normalem Alltag
Trotz seiner außergewöhnlichen Stellung wuchs Oyo vergleichsweise normal auf. Er ging zur Schule, spielte mit Freunden und erhielt eine umfassende Ausbildung.
Später studierte er Wirtschaft an der Universität Winchester in England. Bis zu seinem 18. Geburtstag übernahm seine Mutter einen großen Teil der Regierungsgeschäfte.
Einsatz für die Jugend
Oyo galt bei seinen Untertanen als beliebt. Während seiner Regentschaft setzte er sich unter anderem für die Jugend, nachhaltige Landwirtschaft und die Aufklärung über Aids ein.
Das Königreich Tooro umfasst im Westen Ugandas rund zwei Millionen Menschen. Die traditionellen Königreiche des Landes besitzen heute zwar keine politische Macht, haben für viele Menschen aber weiterhin eine große kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung.
Oyo war unverheiratet. Nach Angaben seines Premierministers hinterlässt er einen männlichen Nachfolger. Dessen Identität soll zu gegebener Zeit entsprechend den Traditionen des Königreichs bekannt gegeben werden.