Wettbewerb startet

Kaum wiederzuerkennen: Wiener Areal wird komplett umgekrempelt

© Christian Fürthner
Ein insgesamt sechs Hektar großes Areal soll rund um den Wiener Westbahnhof bebaut werden - inklusive Park, Wohnungen und einer neuen AHS.
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In Wien startet der städte- und freiraumplanerische Wettbewerb für die Neugestaltung des sogenannten Westbahnareals. Das hat Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Freitag mitgeteilt. Das lange Zeit als Betriebsfläche genutzte Gebiet entlang der Gleise beim Westbahnhof soll künftig ein neues Stadtviertel beherbergen. Dieses soll auch hochwertigen Grün- und Freiraum aufweisen, wird versprochen. Die geplante Bebauung hat trotzdem bereits für Kritik von Anrainern gesorgt.

Die Neugestaltung betrifft die derzeit weitgehend betonierte Fläche zwischen Felberstraße und Gleisanlagen. Das betreffende Projektgebiet gehört zu Rudolfsheim-Fünfhaus, also zum 15. Bezirk. Darauf Bezug nehmend firmiert es unter der Bezeichnung "Mitte 15". Der Wettbewerb für die Entwicklung startet nun im Herbst.

Visualisierung des neuen Landschaftsparks am Westbahnhof. © Stadt Wien/Stadtteilp

Anhebung des Niveaus

Teil des rund sechs Hektar großen Areals soll ein fünf Hektar großer öffentlich zugänglicher Park werden. Wie bei der Erstpräsentation im Vorjahr erläutert wurde, soll das Niveau dazu teilweise angehoben werden, womit der Bereich dann auf Straßenniveau liegen würde. Derzeit muss noch eine Böschung bewältigt werden, um auf das Gelände zu kommen. Zum Grünraum sollen sich eine neue AHS, Geschäftsflächen und Wohnungen gesellen.

"Wir werden auf der Fläche der ÖBB eine Betonwüste in einen attraktiven Wohlfühlraum für alle verwandeln, darüber freue ich mich wirklich sehr. Allein was den Grün- und Freiraum betrifft, entsteht ein Erholungsraum in der Größenordnung von rund sieben Fußballfeldern", lobte Sima das Vorhaben. ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo hob hervor, dass der Wettbewerb die Grundlage dafür bilden werde, das Potenzial des Standorts bestmöglich zu nutzen.

Laut Gutachten keine relevante Kaltluftschneise

Es wurde weiters darauf verwiesen, dass für das Projektgebiet von den ÖBB eine lokale stadt- und mikroklimatische Untersuchung durchgeführt wurde. Die Ergebnisse würden zeigen, dass das Projektgebiet "entgegen der verbreiteten Ansicht" nur von Ausläufern der Kaltluftleitbahn aus dem Wiental erreicht werde, hieß es. Die Luftschneise wird von Projektkritikern, die fordern, die Fläche nicht weiter zu verbauen, immer wieder ins Treffen geführt.

Stadt und ÖBB zeigten sich heute überzeugt, dass das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität der in der Nachbarschaft lebenden Bevölkerung nicht verschlechtert, sondern sogar verbessert werden. "Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Studie geben den Anwohnenden die Gewissheit, dass der eingeschlagene Weg zu mehr Grün- und Freiflächen am Westbahnhofareal zu einer spürbaren Steigerung der Lebensqualität führen wird", betonte Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht (SPÖ).

Zugleich wurde ein mehrstufiger Beteiligungsprozess angekündigt. Bereits im Sommer seien zahlreiche Gespräche geführt worden, hieß es. Anliegen und Ideen von Menschen aus dem Bezirk seien dort gesammelt worden. Auch für den Auftakt des Planungsverfahrens wurde eine Veranstaltung angesetzt. Für die Umsetzung des Projekts wird ein Zeitraum bis zum Jahr 2032 anvisiert. (APA)