Cooler Look

Kilt-Show! Obonya rockt Schubert-Schloss

© Richard Marschik
Der bekannte Schauspieler begeisterte bei den Herbst-Schubertiaden im Schubert Schloss Atzenbrugg mit dem Programm "Haydn und die Jazz".
Zur Vollversion des Artikels

Schon beim Betreten der Bühne zog Cornelius Obonya alle Blicke auf sich, da er im original schottischen Kilt auftrat. Was auf den ersten Blick wie reine Folklore wirken mochte, entpuppte sich schnell als ein anspruchsvolles und lustvolles Spiel mit musikalischen Grenzen. Das Programm "Haydn und die Jazz" brachte die Musik von Joseph Haydn, die Texte des schottischen Nationaldichters Robert Burns, Wiener Dialekt sowie moderne Jazz-Improvisationen auf einzigartige Weise zusammen. Historisch ist diese Verbindung durchaus fundiert, da Haydn während seiner Englandaufenthalte mehr als 400 Bearbeitungen schottischer und walisischer Melodien anfertigte, die oft auf Burns-Texten basierten.

Das Zusammenspiel von Poesie und Musik funktionierte hervorragend. Obonya verlieh den Texten mit seiner markanten Stimme enorme Präsenz, wobei die ins Wienerische übertragenen Verse von Burns mal als zärtliche Lyrik, mal als humorvolles Kabarett dargeboten wurden. Musikalisch begegneten sich schottische Klassiker wie "My Heart’s in the Highlands" oder "The Blue Bells of Scotland" und zeitgenössische Arrangements von Peter Havlicek, darunter Titel wie "Seele in B" und "Des Kaisers Bossa".

Hochkarätige Besetzung und begeisterte Prominenz

Unterstützt wurde der Schauspieler von einem hochkarätigen Musikensemble, das den historischen Kompositionen frischen Jazz-Wind einhauchte. Das Atzenbrugger Publikum zeigte sich restlos begeistert und forderte mehrere Zugaben ein. Auch zahlreiche prominente Gäste aus der österreichischen Kulturszene sparten nicht mit Applaus:

Robert Dornhelm: Der international erfolgreiche Regisseur zeigte sich sichtlich beeindruckt von der Inszenierung.

Gery Keszler: Der bekannte Event-Guru genoss den musikalischen Nachmittag im Schloss.

Maria Rauch-Kallat: Die Unternehmerin und ehemalige Ministerin war unter den prominenten Gästen zu finden.

Intendantin Kammersängerin Ildikó Raimondi freute sich sichtlich über den großen Erfolg und die Anwesenheit der prominenten Unterstützer im ausverkauften Schubert Schloss Atzenbrugg.

Jilch, Vizvari, Gelenky, Raimondi und Marouf © Richard Marschik

Ein Sonntag im Zeichen internationaler Begegnungen

Bereits am Vormittag widmete sich das Festival den musikalischen Verbindungen über die Landesgrenzen hinweg. Bei der feierlichen Matinee "Franz Schubert und die Slowakei" präsentierten die Sopranistinnen Andrea Vizvári und Marianna Geleneky gemeinsam mit der Pianistin Krisztina Marouf ein anspruchsvolles Programm. Zu hören waren ausgewählte Werke von Franz Schubert wie "Der Blumenbrief", "Das Marienbild" sowie "Blondel zu Marien". Abgerundet wurde der Vormittag durch Johann Nepomuk Hummels Werk "La bella capricciosa".

Für Intendantin Ildikó Raimondi bestätigte dieser abwechslungsreiche Sonntag das Grundkonzept der Herbst-Schubertiaden, Musik nicht in engen Genregrenzen zu denken, sondern Brücken zwischen Epochen und Stilen zu bauen.