"Immerkalt"

Klementovic: Rückkehr zum Anfang

© Barbara Rrahmani
IMMERKALT: Roman Klementovic beendet seine Thriller-Reihe.
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Der in Wien lebende Thriller-Autor Roman Klementovic kehrt zum Beginn seines Schaffens zurück. Rund zehn Jahre ist es her, dass ihm mit IMMERSTILL ein Bestseller gelang.

Der Thriller, rund um mörderische Vorgänge, verschwundene Jugendliche und viel Schweigen in einem kleinen, düsteren Dorf im Marchfeld, wurde auch für die ORF/ZDF-Landkrimi-Reihe verfilmt.

Roman Klementovic © Gmeiner

Kaputter Ermittler verbeißt sich

IMMERSCHULD, die Fortsetzung, folgte kurz danach. Nun beendet Klementovic mit IMMERKALT seine Trilogie. Wieso ihn diese Rückkehr nach Jahren gereizt hat, das hat der Autor im oe24-Buchtalk verraten (siehe rechts). IMMERKALT wird nah an der Figur von Kriminalpolizist Schulz erzählt, bislang war er nur Nebendarsteller, jetzt wird ihm die Ehre zuteil, als Protagonist zu wirken. Und was für einer: Er ist der Prototyp eines seelisch wie körperlich ramponierten Ermittlers, den allerdings nichts davon abhalten kann, zu ermitteln. Weder seine Pension noch bissige Kollegen. Das ist jetzt nicht unbedingt neu, so ein einsamer Wolf, dem das Leben mitgespielt hat, aber Klementovic hat ihm viel Leben eingehaucht und so heften wir uns gerne auf seine Sohlen, wenn er ermittelt.

Vorgänge

In IMMERKALT ereignet sich der nächste mysteriöse Vorgang im tristen Grundendorf: Ein Kind und seine Babysitterin verschwinden, es gibt vorerst nur wenige Anhaltspunkte. Schulz muss dorthin zurückkehren, wo er nie wieder hinwollte...

Neue Reihe

Klementovic hat diesen dritten Teil seiner Reihe mit ein paar Anspielungen auf frühere Werke versehen und er bleibt seiner Linie treu: Das Grauen, es liegt zuerst in der Luft, bevor es sich in Taten niederschlägt. Dieser Thriller ist zwar ein Abschied, aber schon nächstes Jahr gibt es eine neue Reihe des Autors zu lesen.

Der Autor im oe24-Buchtalk

oe24: IMMERKALT ist der dritte Teil deiner IMMERSTILL-Reihe. Warum hast du das Setting wieder aufgegriffen, und wie war diese Rückkehr?

ROMAN KLEMENTOVIC: Ich hatte schon einige Jahre lang die Idee für eine Kurzgeschichte im Kopf, die sich zehn Jahre nach IMMERSCHULD zutragen sollte. Diese wollte ich im Rahmen von SPLITTERSCHREIE, meiner im Frühjahr erschienenen Kurz-Thriller-Sammlung veröffentlichen. Als ich die Geschichte schrieb, merkte ich jedoch sehr schnell, dass die Ideen nur so aus mir raussprudelten. Und aus der geplanten Kurzgeschichte wurde ein 358-Seiten langer Thriller …

oe24: Kriminalpolizist Schulz ist der Ermittler in IMMERKALT – das Leben hat ihm ordentlich zugesetzt. Was war für dich reizvoll an seiner Figur?

KLEMENTOVIC: Schon bei IMMERSTILL und IMMERSCHULD gab es unterschiedliche Protagonisten. Ich wollte die Ereignisse nun aus einer weiteren Perspektive erzählen. Und da fand ich es besonders reizvoll eine Figur zu wählen, die zwar in den ersten beiden Teilen vorkommt, allerdings nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Mit diesem Perspektivenwechsel war es mir nun möglich, völlig neue Aspekte zu zeigen und so frischen Wind in das verstaubte Grundendorf zu bringen …

oe24: In IMMERKALT verschwindet ein kleines Mädchen mit seiner Babysitterin. Hat sich dein Empfinden für Furcht verändert, seit du selbst Vater bist?

KLEMENTOVIC: Auf jeden Fall. Aber ohne zu viel zu verraten, kann ich sagen: Dem Kind passiert nichts und das Verschwinden der beiden bildet lediglich den Startschuss für die eigentliche Handlung.

oe24: Verrätst du uns noch, was Lesende als Nächstes von dir erwarten können?

KLEMENTOVIC: Ich arbeite gerade an zwei Thriller-Reihen. Die eine habe ich bisher noch niemandem angeboten. Die andere soll im nächsten Jahr starten …